Kunsthandwerk & Design
Dosen, Miniaturen & Objets de vertu verkaufen in Wien
Antiquitäten Wien kauft die kleinen Kostbarkeiten aus Vitrine und Schreibtisch – Dosen aus Gold, Silber, Email und Lack, Porträtminiaturen, Fächer, Nécessaires, Wiener Ballspenden und Kunstkammerstücke.
Objets de vertu sind kleine, kunstvoll gearbeitete Gegenstände, die Reichtum, Geschmack und Bildung zeigten: Tabatièren, Bonbonnieren, Riechfläschchen, Nécessaires, Fächer und Miniaturen. In Wien bildeten Hof und Adel seit dem 18. Jahrhundert ihren wichtigsten Markt; der Kaiser verschenkte Golddosen mit Diamanten und Porträtminiatur an Diplomaten. Im Biedermeier malten Heinrich Friedrich Füger, Moritz Michael Daffinger und Johann Nepomuk Ender Bildnisminiaturen, Balthasar Wigand Ansichten für Dosendeckel. Im Historismus wurde das Wiener Email ein Exportartikel, um 1900 gestalteten Künstler der Wiener Werkstätte die Damenspenden der Wiener Bälle.
In Wiener Vitrinen und Schreibtischladen findet sich eine erstaunliche Vielfalt: Schnupftabakdosen aus Silber und Schildpatt, Pillendosen, Porträtminiaturen in Lederetuis, Silhouetten der Urgroßeltern, Fächer aus Elfenbein und Perlmutt, Ballspenden mit Tanzordnungen, Petschafte, Fingerhüte, Briefbeschwerer aus Glas und Andenken von der Italienreise. Viele dieser Stücke sind klein genug, um bei Räumungen übersehen zu werden. Wir sehen uns Schubladen, Kästchen und Etuis deshalb einzeln an, bevor etwas weggegeben wird. Auch Inhalte von Nähkästchen, Schreibschatullen und Schmuckkassetten gehören dazu.
Den Wert bestimmen Material, Meister, Punzen, Qualität der Ausführung und Erhaltung. Bei Gold- und Silberdosen ermitteln wir den Materialwert mit unserem Punzierungsschein nach § 17 Punzierungsgesetz 2000 zum Tageswert; der Objektwert liegt bei guten Arbeiten meist deutlich darüber. Chips im Email, Risse in Elfenbein und Schildpatt, ersetzte Gläser und abgeriebene Vergoldung mindern den Wert. Gerade in diesem Gebiet sind Fälschungen verbreitet: falsche Fabergé-Punzen, gedruckte Miniaturen und Historismuskopien mit nachgeahmten Marken des 18. Jahrhunderts.
Für eine erste Einschätzung schicken Sie Fotos per WhatsApp oder über das Formular, möglichst nah und scharf, mit Punzen, Innenseiten von Deckeln, Signaturen und Etuis. Danach besichtigen wir kostenlos in allen 23 Bezirken und prüfen Punzen und Material vor Ort. Bezahlt wird bar oder per Überweisung. Kleine, empfindliche Stücke verpacken wir bei der Abholung einzeln und gepolstert. Bei Objekten aus Elfenbein, Schildpatt oder Koralle klären wir die Rechtslage, bevor ein Angebot entsteht.
Objektgruppen
22 Gruppen, jede mit eigener Seite: Was es ist, woran der Wert hängt, wie man Originale erkennt.
Tabatièren und Golddosen
Schnupftabakdosen und Geschenkdosen aus Gold, oft mit Email, Steinbesatz oder Miniatur, aus Wien, Paris, Genf und St.…
Silberne Schnupftabak- und Pillendosen
Kleine Dosen aus Silber für Schnupftabak, Pillen, Puder, Bonbons und Visitenkarten, vom 18. bis ins frühe 20.…
Wiener Emailarbeiten des Historismus
Pokale, Dosen, Flakons, Uhren und Ziergerät aus vergoldetem Silber mit Emailmalerei im Stil von Renaissance und…
Russische Emailarbeiten
Silbergerät mit Cloisonné- und Schattenemail aus Moskau und St. Petersburg, von Owtschinnikow, Chlebnikow, Rückert und…
Porträtminiaturen
Kleine Bildnisse in Aquarell und Gouache auf Elfenbein, Pergament, Karton oder Kupfer, vom 17. Jahrhundert bis zur…
Emailminiaturen und Limoges-Email
Auf Metall gebrannte Malerei mit Emailfarben, vom Bildnis auf Gold bis zu Tafeln und Gefäßen in der Tradition von…
Silhouetten und Scherenschnittporträts
Schattenrisse in Profil, geschnitten, gemalt oder hinter Glas, aus der Zeit zwischen etwa 1760 und 1840.
Bonbonnieren und Porzellandosen
Dosen aus Porzellan und Email für Bonbons, Tabak und Pastillen, darunter figürliche Bonbonnieren des 18. Jahrhunderts.
Lackdosen aus Papiermaché
Lackierte Dosen aus Papiermaché mit Miniaturmalerei, von der Braunschweiger Manufaktur Stobwasser bis zu…
Dosen mit Ansichteneinlagen
Dosen, Kassetten und Andenken des Biedermeier mit eingelegten Gouache-Ansichten von Wien und Umgebung, besonders von…
Riechfläschchen und Vinaigrettes
Kleine Flakons für Riechsalz und Duftessenzen aus Glas, Porzellan, Gold und Silber, und englische Vinaigrettes mit…
Nécessaires und Etuis
Kleine Behälter mit Werkzeugen für Nähen, Schreiben, Toilette und Reise, vom goldenen Étui des Rokoko bis zum…
Fächer
Falt- und Plattenfächer aus Papier, Pergament, Seide, Spitze und Federn, mit Gestellen aus Elfenbein, Perlmutt…
Wiener Ballspenden und Tanzordnungen
Damenspenden der Wiener Bälle mit Tanzordnung, vom späten 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart, darunter Entwürfe der…
Petschafte und Siegel
Siegelstempel mit Wappen, Monogrammen und Motiven, als Tischpetschaft, Uhrkettensiegel oder Drehsiegel, vom 17. bis…
Fingerhüte und Nähutensilien
Fingerhüte aus Silber, Gold, Messing, Porzellan und Email, dazu Nadelbüchsen, Stickscheren, Fadenwickler und…
Grand-Tour-Andenken
Erinnerungsstücke der Italienreise des 18. und 19. Jahrhunderts: Mikromosaike aus Rom, Pietra dura aus Florenz…
Kleinplastik aus Elfenbein
Figuren, Reliefs, Pokale und Kunstkammerstücke aus Elfenbein, vom Barock bis zum Historismus, nur mit den gesetzlich…
Nautilus-, Kokosnuss- und Straußeneipokale
Pokale aus exotischen Naturmaterialien in Fassungen aus vergoldetem Silber, aus Renaissance, Barock und Historismus.
Briefbeschwerer aus Glas
Paperweights mit Millefiori, Lampenarbeit und Sulfiden aus Baccarat, Saint-Louis, Clichy, Böhmen und späteren Studios.
Kleinsilber und Puppenstubensilber
Miniaturen aus Silber für Vitrine und Puppenstube: Möbel, Geschirr, Figuren, Kutschen und Gerät im Kleinformat.
Bergkristall- und Steinschnittobjekte
Gefäße, Figuren und Ziergerät aus Bergkristall, Achat, Jaspis, Lapislazuli und anderen Steinen, von Prager…
Wovon der Wert abhängt
Material und Punzen
Gold, Silber, Email und Steine bestimmen den Grundwert; Punzen nennen Feingehalt, Ort, Meister und oft das Jahr.
Meister und Werkstatt
Signaturen von Miniaturmalern und Marken bekannter Goldschmiede wie Fabergé oder Köchert heben den Wert erheblich.
Qualität der Ausführung
Feinheit der Malerei, Präzision von Scharnier und Ziselierung und die Qualität des Emails trennen Spitzenstücke von Serienware.
Erhaltung
Chips, Risse, ersetzte Gläser und abgeriebene Vergoldung mindern den Wert. Originale Etuis steigern ihn.
Provenienz
Wappen, Monogramme, Widmungen und alte Sammlungsetiketten verbinden ein Stück mit Personen und erhöhen das Interesse.
Rechtslage
Elfenbein, Schildpatt, Koralle und Perlboot unterliegen dem Artenschutz. Ohne Nachweise sind solche Stücke nicht handelbar.
Originale erkennen
Gold- und Silberdosen tragen Punzen am Rand des Deckels, im Boden oder am Scharnier: in Wien bis 1866 Stadtzeichen mit Jahreszahl und Meistermarke, ab 1872 den Dianakopf für Silber; Pariser Golddosen des 18. Jahrhunderts mehrere kleine Steuer- und Meistermarken, russische Stücke den Feingehalt in Solotnik, meist 56 für Gold und 84 für Silber. Ein sauber schließendes Scharnier ohne Spiel ist ein Qualitätsmerkmal. Historismuskopien aus Hanau tragen oft Pseudomarken, die alten Stadtmarken ähneln, aber kein echtes System ergeben.
Gemalte Miniaturen zeigen unter der Lupe feine Pinselstriche, Punktierung und übereinanderliegende Farbschichten; gedruckte Reproduktionen des 20. Jahrhunderts ein gleichmäßiges Rastermuster, oft auf Celluloid statt Elfenbein. Echtes Elfenbein zeigt im Streiflicht feine, sich kreuzende Linien, Knochen dunkle Poren, Kunststoff keine Struktur. Email auf Edelmetall ist glasig und kühl, Kaltmalerei oder Kunstharz weicher und matter. Signaturen von Miniaturmalern stehen meist am Rand des Bildes, oft winzig und mit Jahreszahl.
Miniaturen, Dosen, Fächer und Figuren aus Elfenbein unterliegen seit 19. Jänner 2022 den verschärften EU-Regeln der VO (EU) 2021/2280; wir übernehmen sie nur, wenn eine gesetzliche Ausnahme greift und die erforderliche Bescheinigung vorliegt. Schildpatt der Echten Karettschildkröte steht in CITES-Anhang I, Perlboote seit 2017 in Anhang II; für solche Stücke und für Koralle verlangen wir die artenschutzrechtlichen Nachweise (VO (EG) 338/97). Gold und Silber kaufen wir mit Punzierungsschein nach § 17 Punzierungsgesetz 2000 zum Tageswert an.
Dosen, Miniaturen & Objets de vertu in Ihrem Bezirk
Für jeden Bezirk eine eigene Seite mit den Künstlern, Werkstätten und Beständen, die dort eine Rolle spielen.
Künstler, Marken, Epochen und Materialien
Künstler
8
- Martin van Meytens1695–1770
- Heinrich Friedrich Füger1751–1818
- Moritz Michael Daffinger1790–1849
- Johann Nepomuk Ender1793–1854
- Balthasar Wigand1770–1846
- Rudolf Kalvach1883–1932
- Matthias Steinlum 1644–1727
- Balthasar Permoser1651–1732
Manufakturen & Marken
13
- Fabergé1842–1918
- Cartierseit 1847
- A. E. Köchertseit 1814
- J. C. KlinkoschMitte 19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- Van Cleef & Arpelsseit 1906
- Boucheronseit 1858
- Buccellatiseit 1919
- Baccaratseit 1764
- Saint-LouisHütte seit 1586, königliches Privileg 1767
- Meissenseit 1710
- Wiener Porzellanmanufaktur1718–1864
- Wiener Werkstätte1903–1932
- Wiener Meerschaumschnitzer19. Jahrhundert
Epochen & Stile
10
- Manierismusum 1520–1620
- Rokokoum 1730–1770
- Louis-seizeum 1760–1792
- Empireum 1804–1830
- Biedermeier1815–1848
- Historismusum 1840–1914
- Jugendstilum 1895–1914
- Edo-Zeit1603–1868
- Meiji-Zeit1868–1912
- Qing-Dynastie1644–1911
Materialien, Techniken & Punzen
38
- Guilloché-Email
- Limoges-Email
- Miniaturmalerei
- Scherenschnitt
- Mikromosaik
- Pietra dura
- Millefiori
- Niello
- Elfenbein
- Schildpatt
- Perlmutt
- Achat
- Lapislazuli
- Papiermaché
- Dianakopf-Punze
- Wiener Beschauzeichen
- Russische Punzen
- Alabaster
- Bein (Knochen)
- Berliner Eisen
- Bernstein
- Champlevé
- Cloisonné
- Ebenholz
- Haarschmuck
- Karelische Birke
- Lack
- Meerschaum
- Naturhorn
- Onyx
- Thuja
- Tula-Silber
- Urushi-Lack
- Vermeil
- Wiener Bronze
- Wiener Petit Point
- Zwischengoldglas
Fragen zu Dosen, Miniaturen & Objets de vertu
Ist eine Golddose nur ihr Goldgewicht wert?
Selten. Der Materialwert ist die Untergrenze, die wir mit unserem Punzierungsschein zum Tageswert ermitteln. Bei Dosen mit guter Ziselierung, Email, Miniatur oder bekannter Meistermarke liegt der Objektwert meist deutlich darüber.
Kaufen Sie Miniaturen auf Elfenbein?
Nur wenn eine Ausnahme nach VO (EU) 2021/2280 greift und die Bescheinigung vorliegt. Miniaturen auf Pergament, Karton, Kupfer oder Email übernehmen wir ohne diese Einschränkung. Ob eine Miniatur auf Elfenbein gemalt ist, klären wir bei der Besichtigung.
Woran erkenne ich eine gedruckte Miniatur?
Unter einer Lupe zeigt ein Druck ein gleichmäßiges Punktraster, eine gemalte Miniatur dagegen Pinselstriche und Punktierung in unterschiedlicher Dichte. Gedruckte Stücke sitzen oft hinter gewölbtem Glas in Messingrahmen mit Fadenkranz.
Haben Wiener Ballspenden einen Wert?
Ja, besonders Damenspenden aus der Zeit um 1900 mit Entwürfen der Wiener Werkstätte oder bekannter Firmen. Vollständige Spenden mit Tanzordnung, Bleistift und Etui sind gefragter als lose Einbände. Sammlungen mehrerer Jahrgänge bewerten wir gemeinsam.
Ist mein Fabergé-Stück echt?
Fabergé gehört zu den meistgefälschten Namen. Echtheit zeigen Punzen, Arbeitsmeister, Qualität von Email und Steinschnitt und eine nachvollziehbare Herkunft. Wir prüfen das am Objekt und sagen Ihnen offen, wenn ein Stück eine spätere Nachahmung ist.
Kaufen Sie Dosen und Fächer aus Schildpatt?
Nur mit artenschutzrechtlichen Nachweisen, da die Karettschildkröte in CITES-Anhang I steht. Vieles, was nach Schildpatt aussieht, ist Horn oder Celluloid; das prüfen wir vorab.
Soll ich Silberdosen vor dem Verkauf polieren?
Bitte nicht. Polieren verwischt Punzen und Ziselierung und entfernt die Patina in den Vertiefungen. Leichte Anlaufspuren stören die Bewertung nicht.
Wie fotografiere ich kleine Objekte richtig?
Vor neutralem Hintergrund bei Tageslicht, nah und scharf, mit Gesamtansicht, Deckelinnenseite, Boden und allen Punzen. Ein Lineal im Bild zeigt die Größe. Etuis und Kästchen bitte mitfotografieren.
Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.
Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.
Lieber schriftlich? Zum Anfrageformular