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Epoche

Kubismus

Kunstbewegung, um 1907–1925

Zerlegung des Gegenstands in Facetten und Ansichten durch Picasso und Braque – mit Ausläufern im tschechischen Kunsthandwerk und im Wiener Kinetismus.

Pablo Picasso malte 1907 „Les Demoiselles d'Avignon“, Georges Braque nach 1908 Landschaften aus geometrischen Körpern; Louis Vauxcelles sprach von „Würfeln“. Bis 1914 entwickelten beide in enger Zusammenarbeit den analytischen und ab 1912 den synthetischen Kubismus. Juan Gris, Fernand Léger, Albert Gleizes und Jean Metzinger erweiterten die Richtung. In Prag entstand ab 1911 ein kubistisches Kunsthandwerk mit Möbeln, Keramik und Architektur.

Der analytische Kubismus zerlegt Figuren und Stillleben in kantige Facetten, zeigt mehrere Ansichten gleichzeitig und reduziert die Farbe auf Braun, Grau und Ocker. Der synthetische Kubismus fügt Flächen, Buchstaben, Zeitungsausschnitte und Tapetenstücke als Papier collé zusammen, die Farben werden heller. Motive: Gitarre, Flasche, Glas, Pfeife, Zeitung. Tschechische Entwerfer wie Pavel Janák und Josef Gočár übertrugen kristalline Formen auf Möbel, Keramik und Bauten. Alexander Archipenko und Jacques Lipchitz übertrugen die Facettierung in die Skulptur.

In Wien wirkte der Kubismus über Franz Cizeks Ornamentale Formenlehre und den Wiener Kinetismus; Fritz Schwarz-Waldegg nahm kubistische Bildgliederung auf. Werke der Hauptvertreter sind in Wiener Museen vertreten. Im Handel begegnen Grafik von Picasso, Braque und Léger, tschechisches kubistisches Kunsthandwerk und kubistisch beeinflusste Malerei der Zwischenkriegszeit. Picassos spätere Druckgrafik, etwa die Suite Vollard von 1930 bis 1937, wird häufig angeboten; kubistische Blätter der frühen Zeit sind selten.

Picasso-Grafik wurde in großer Zahl reproduziert; Originalradierungen tragen Plattenrand, Signatur in Bleistift und Nummerierung nach Werkverzeichnis, etwa Bloch, Reproduktionen oft gedruckte Signaturen. Tschechische Kubismus-Keramik der Zeit trägt Marken der Werkstätten wie Artěl; Neuauflagen ab den 1990er-Jahren sind gemarkt und frischer glasiert. Tschechische Kubismus-Möbel aus Eiche oder Nussbaum haben kantige, kristalline Formen, die Nachbauten oft vereinfachen.

Woran man es erkennt

  • Facettierung des Gegenstands
  • mehrere Ansichten gleichzeitig
  • Braun, Grau und Ocker im analytischen Kubismus
  • Papier collé mit Zeitungsausschnitten
  • Buchstaben und Zahlen im Bild
  • Stillleben mit Gitarre, Flasche und Glas
  • kristalline Formen im Prager Kunsthandwerk
  • hellere Flächen im synthetischen Kubismus

Künstler

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