Gold- und Silberankauf zum Tageswert
Edelmetall wird nach Feingehalt und Gewicht bewertet. Beides wird in Ihrer Anwesenheit geprüft und mit dem Tageskurs verrechnet.
Punzierungsschein nach § 17 PG 2000
Der Handel mit Edelmetallgegenständen ist in Österreich im Punzierungsgesetz 2000 geregelt, das Feingehalte, Punzen und die Kennzeichnung von Gold- und Silberwaren festlegt. JM Räumungen e.U., Betreiberin von Antiquitäten Wien, besitzt den Punzierungsschein nach § 17 PG 2000. Auf dieser Grundlage kaufen wir Gold und Silber zum Tageswert an.
Tageswert und Feingewicht
Der Ankaufsbetrag richtet sich nach dem aktuellen Kurs für Feingold und Feinsilber. Als internationaler Referenzpreis dient der LBMA Gold Price aus London, der zweimal täglich festgestellt wird; für Silber gibt es einen täglichen LBMA Silver Price. Weil sich Kurse von Tag zu Tag ändern, gilt ein Angebot für Edelmetall nur am Tag der Berechnung. Den Kurs können Sie vorab selbst nachsehen und die Rechnung damit nachvollziehen.
Gerechnet wird mit dem Feingewicht, also Gewicht in Gramm mal Feingehalt. Ein Ring aus 585er Gold mit 4 Gramm enthält 2,34 Gramm Feingold, ein 800er Silberlöffel mit 50 Gramm enthält 40 Gramm Feinsilber. Vom Kurswert gehen die Kosten für das Scheiden, also das Trennen der Legierung, und die Handelsspanne ab.
Prüfung: Punze, Strich, Gewicht
Jedes Stück wird einzeln geprüft, bevor ein Betrag feststeht. Weißgold ist eine Goldlegierung mit Palladium oder Silber und meist rhodiniert, also mit einem hellen Überzug versehen; Platin sieht ähnlich aus, ist aber deutlich schwerer und trägt Punzen wie 950 oder PT. Eine Punze allein ist kein Beweis, denn auch Fälschungen tragen Zahlen; deshalb folgt bei unklaren Stücken die Strichprobe.
- Punze: Feingehaltszahlen wie 333, 585, 750 oder 900 bei Gold, 800, 835 oder 925 bei Silber, dazu Herstellerzeichen und amtliche Punzen
- Strichprobe: Abrieb auf dem Probierstein, geprüft mit Säuren abgestufter Stärke
- Magnet als Vorprobe: Gold und Silber sind nicht magnetisch, Stahlkerne und Eisen schon
- Gewicht auf der Waage, getrennt nach Feingehalten
- Sichtprüfung auf Lötstellen, Füllungen und vergoldetes Unedelmetall
Alte österreichische Punzen
Ältere Stücke tragen andere Zeichen als heutige Zahlenpunzen. Der Dianakopf, oft mit einer Ziffer für den Feingehalt, ist die bekannteste österreichische Silberpunze; ältere Wiener Silberarbeiten tragen häufig eine Lötigkeitsangabe wie 13 neben dem Wiener Beschauzeichen und dem Meisterzeichen. Solche Marken erlauben eine Datierung und sind bei Sammlern von Wiener Silber gefragt – ein Grund, punziertes Altwiener Silber nicht als bloßes Bruchsilber zu behandeln.
Bruchgold, Schmuck und Münzen
Als Bruchgold gilt alles, was nur noch Materialwert hat: gerissene Ketten, einzelne Ohrstecker, verbogene Ringe, Uhrgehäuse ohne Werk. Sortieren Sie nicht vor – in einer Schachtel Modeschmuck steckt mitunter ein 750er Ring, und umgekehrt ist nicht jedes goldfarbene Stück Gold. Doublé und vergoldete Ware sind an Stempeln wie „DOUBLÉ“, „GF“ (gold filled) oder „GP“ (gold plated) erkennbar.
Schmuck mit Steinen wird zweistufig beurteilt: Brillanten, Saphire oder Smaragde mit Eigenwert werden gesondert eingeschätzt, Glas- und Synthetiksteine vom Gewicht abgezogen. Antiker Schmuck wie böhmischer Granatschmuck oder Biedermeier-Broschen kann als Schmuckstück einen Wert über dem Materialwert haben. Dukaten mit 986/1000 und Kronen-Goldmünzen mit 900/1000 Feingehalt werden nach Feingewicht berechnet, sofern sie keinen numismatischen Mehrwert haben.
Wenn ein Stück mehr ist als Material
Nicht alles aus Gold gehört in den Schmelztiegel. Schmuck von Wiener Juwelieren wie A. E. Köchert, dem früheren k. u. k. Hof- und Kammerjuwelier, Arbeiten der Wiener Werkstätte oder signierter Art-déco-Schmuck werden nach Entwurf, Hersteller und Zustand bewertet. Dasselbe gilt für Taschenuhren mit Goldgehäuse: Werk, Signatur und Komplikationen wie Repetition oder Chronograph bestimmen den Wert, das Gehäusegewicht ist nur die Untergrenze.
Auch bei Silber lohnt der zweite Blick. Ein Biedermeier-Becher mit Wiener Beschauzeichen, eine Zuckerdose mit Meisterzeichen oder ein Tablett der Wiener Werkstätte können als Objekt deutlich mehr wert sein als nach Gewicht. Deshalb wird zuerst geprüft, was ein Stück als Antiquität bedeutet, und erst danach, was es als Edelmetall wiegt.
Zahngold
Zahngold ist eine Dentallegierung, deren Goldanteil je nach Hersteller und Zeit stark schwankt; meist enthält sie auch Platin, Palladium oder Silber. Eine Punze fehlt fast immer, deshalb wird der Gehalt geprüft und eingeschätzt. Kronen und Brücken müssen nicht gereinigt werden, Keramik- und Zahnreste werden beim Gewicht berücksichtigt.
Silberbesteck und Tafelsilber
Besteck ist der häufigste Silberbestand in Wiener Haushalten. Massives Silber trägt eine Feingehaltspunze wie 800 oder 925 oder einen Dianakopf; versilbertes Besteck zeigt oft eine Zahl wie 90 oder 100 für die Silberauflage oder nur den Herstellernamen. Alpacca und Neusilber, etwa von Berndorf, enthalten im Grundmetall kein Silber.
Bei Messern ist meist nur der Griff aus Silber, und er ist hohl und mit Kitt gefüllt; gewertet wird deshalb nur der Silberanteil. Garnituren im Originalkasten, Besteck nach Entwürfen von Josef Hoffmann für die Wiener Werkstätte oder Jugendstil-Tafelsilber werden nach Entwurf und Hersteller beurteilt, nicht nach Gewicht.
Häufige Fragen
Warum brauchen Sie beim Goldverkauf meinen Ausweis?
Beim Ankauf von Edelmetall werden Name, Anschrift und Ausweisdaten der verkaufenden Person aufgezeichnet. Das schreiben die Aufzeichnungspflichten im Edelmetallhandel vor.
Muss ich Gold reinigen oder Steine entfernen?
Nein. Steine bleiben im Schmuck; ihr Gewicht wird abgezogen oder, wenn sie Eigenwert haben, gesondert bewertet.
Warum liegt der Ankaufspreis unter dem Börsenkurs?
Der Börsenkurs gilt für Feinmetall in Barrenform. Altgold muss erst geschieden werden; diese Kosten und die Handelsspanne sind im Ankaufsbetrag berücksichtigt.
Was ist mit Gold ohne Punze?
Es wird mit der Strichprobe auf dem Probierstein geprüft. Fehlt die Punze, ist das bei altem Schmuck, Zahngold und selbst angefertigten Stücken häufig und kein Hinweis auf Unechtheit.
Werden auch kleine Mengen angekauft?
Ja, auch ein einzelner Ring oder eine einzelne Krone. Bei kleinen Mengen lohnt es sich oft, Gold und Silber aus mehreren Laden gesammelt anzubieten.
Kommen Sie für die Prüfung ins Haus?
Ja. Die Besichtigung ist in allen 23 Wiener Bezirken kostenlos; Probierstein, Prüfsäuren und Waage sind dabei.
Ist versilbertes Besteck etwas wert?
Als Material kaum, weil die Auflage sehr dünn ist. Gefragt sind versilberte Stücke bekannter Hersteller in gutem Zustand oder mit Jugendstil- und Art-déco-Entwurf.
Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.
Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.
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