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Epoche

Die Brücke

Kunstbewegung, 1905–1913

Dresdner Künstlergruppe um Kirchner, Heckel und Schmidt-Rottluff, die den Holzschnitt erneuerte und Akt, Natur und Großstadt in grellen Farben malte.

Am 7. Juni 1905 gründeten die Architekturstudenten Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff und Fritz Bleyl in Dresden die Künstlergruppe Brücke. Max Pechstein trat 1906 bei, Emil Nolde gehörte ihr 1906/07 an, Otto Mueller ab 1910. Die Gruppe warb „passive Mitglieder“, die gegen einen Jahresbeitrag Jahresmappen mit Originalgrafik erhielten. 1911 zogen die Künstler nach Berlin, 1913 löste sich die Gruppe nach Streit über Kirchners Chronik auf.

Die Brücke-Maler arbeiteten mit flächigen, ungebrochenen Farben, schroffen Umrissen und vereinfachten, eckigen Formen. Vorbilder waren die Fauves, van Gogh, Munch und die Kunst Afrikas und Ozeaniens aus dem Dresdner Völkerkundemuseum. Motive: Badende an den Moritzburger Teichen, Akt im Atelier, Zirkus, Varieté und später Berliner Straßenszenen. Den Holzschnitt nutzten sie mit groben Schnittspuren und sichtbarer Holzmaserung. Daneben entstanden Lithografien, Radierungen und geschnitzte Holzskulpturen. Kirchner schnitzte Möbel und entwarf Textilien für die eigenen Ateliers.

In Wien sind Werke der Brücke über die Albertina und die Sammlungen des MuseumsQuartiers zugänglich; prägend war die Gruppe vor allem über ihre Grafik. Im Wiener Handel erscheinen Holzschnitte, Lithografien und Radierungen von Kirchner, Heckel, Schmidt-Rottluff, Pechstein, Mueller und Nolde, seltener Aquarelle und Zeichnungen. Werke, die 1937 als „entartet“ aus deutschen Museen beschlagnahmt wurden, haben eine dokumentierte Provenienz. Das Brücke-Museum in Berlin ist der zentrale Ort der Forschung.

Brücke-Grafik ist meist in kleinen, oft selbst gedruckten Auflagen entstanden; Handabzüge zeigen ungleichmäßigen Farbauftrag, spätere Nachlassdrucke tragen Nachlassstempel und Nummern. Kirchners Nachlass ist mit Stempeln aus Davos und Basel gekennzeichnet. Fälschungen und posthume Abzüge von Originalstöcken sind bekannt; Werkverzeichnisse, etwa Dube für Kirchner, sind maßgeblich. Schmidt-Rottluffs Grafik verzeichnete Rosa Schapire bereits 1924.

Woran man es erkennt

  • flächige, ungebrochene Farben
  • schroffe Umrisse und eckige Formen
  • Holzschnitt mit sichtbarer Maserung
  • Badende und Akt in der Natur
  • Varieté, Zirkus und Großstadt
  • Anregung durch außereuropäische Kunst
  • Jahresmappen mit Originalgrafik
  • Nachlassstempel und Handabzüge

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