Antiquitäten WienAnkauf von Kunst und Nachlässen
Antiquitäten Wien

Sammelgebiete

Ansichtskarten & Ephemera verkaufen in Wien

Alte Ansichtskarten und Gebrauchsdrucke zeigen Wien, wie es war. Bewertet werden Motiv, Seltenheit, Druckart, Verlag und Erhaltung.

Die erste Postkarte der Welt erschien am 1. Oktober 1869 in Österreich-Ungarn, als Correspondenz-Karte ohne Bild. Ab den 1890er-Jahren kamen Ansichtskarten mit farbigen Lithografien, Lichtdrucken und Fotografien in Mode, und bis zum Ende des Ersten Weltkriegs wurden sie in unvorstellbaren Mengen verschickt und in Alben gesammelt. Für Wien sind sie heute eine Bildquelle ersten Ranges: Sie zeigen Straßen, Geschäfte, Gasthäuser, Straßenbahnen, Märkte und Vorstädte, die längst verschwunden oder verändert sind, oft bis in kleine Gassen der heutigen Außenbezirke.

Zu den Ephemera, den Drucksachen des Augenblicks, gehören außerdem Theaterzettel und Programme, Ballspenden und Tanzordnungen der Wiener Ballsaison, Menükarten aus Hotels und Restaurants, Spielkarten, Sammelbilder aus Schokolade- und Kaffeepackungen, Reklamemarken, Eintrittskarten, Fahrscheine, Glückwunschkarten und Andachtsbildchen. Sie wurden für den Tag gedruckt und meist weggeworfen. Was erhalten blieb, liegt in Schachteln, Schreibtischen und Alben und dokumentiert Alltag, Werbung, Grafik und Druckgeschichte der Stadt. Sammler suchen gezielt nach bestimmten Bezirken, Firmen, Ereignissen und Künstlern.

Der Wert einer Ansichtskarte hängt vor allem vom Motiv ab. Eine belebte Straßenszene in Simmering mit Geschäftsportalen und Straßenbahn ist gesuchter als eine von Tausenden Karten des Stephansdoms. Dazu kommen Druckart, Verlag, Seltenheit, Erhaltung und die Frage, ob die Karte gelaufen ist, also mit Briefmarke und Stempel befördert wurde. Künstlerkarten der Wiener Werkstätte und des Jugendstils werden nach Entwerfer und Nummer bewertet. Einzelne Karten sind oft wenig wert, gute Bestände und Spezialsammlungen erheblich.

Senden Sie uns für eine erste Einschätzung Fotos einiger typischer Karten und eine Angabe zur Menge, bei Alben auch Fotos einzelner Seiten. Danach sichten wir Sammlungen kostenlos in allen 23 Wiener Bezirken. Bitte lösen Sie keine Karten aus Alben, entfernen Sie keine Briefmarken und sortieren Sie nicht vor; die Zusammenhänge einer Sammlung helfen bei der Bewertung. Wir machen ein Angebot für einzelne Stücke oder den ganzen Bestand. Wir zahlen bar oder per Überweisung, ganz nach Ihrem Wunsch.

Objektgruppen

22 Gruppen, jede mit eigener Seite: Was es ist, woran der Wert hängt, wie man Originale erkennt.

Wovon der Wert abhängt

  • Motiv

    Seltene Straßenansichten, belebte Szenen, Geschäftsportale, Fahrzeuge und verschwundene Bauten sind gesucht. Bekannte Sehenswürdigkeiten sind häufig.

  • Ort

    Karten aus Vorstädten, Außenbezirken und kleinen Orten wurden in geringen Auflagen gedruckt und sind seltener als Karten der Innenstadt.

  • Druckart

    Chromolithografien, Lichtdrucke und Echtfotokarten werden höher bewertet als späte Offsetdrucke.

  • Entwerfer und Verlag

    Karten der Wiener Werkstätte und von Jugendstilkünstlern werden nach Entwerfer, Nummer und Verlag bewertet.

  • Erhaltung

    Knicke, abgestoßene Ecken, Flecken, Klebereste und Beschriftung auf der Bildseite mindern den Wert.

  • Postalischer Zustand

    Gelaufene Karten mit gut lesbarem Stempel und Briefmarke sind bei manchen Motiven gefragter; ungelaufene Karten sind oft besser erhalten.

  • Geschlossenheit

    Spezialsammlungen zu einem Bezirk, Thema oder Verlag sind mehr wert als die Summe einzelner Karten.

Originale erkennen

Die Rückseite hilft bei der Datierung. Bis etwa 1905 war die Adressseite ungeteilt und nur für die Anschrift bestimmt, die Mitteilung stand auf der Bildseite; danach durfte die Rückseite geteilt werden. Lithografische Karten zeigen unter der Lupe keine Rasterpunkte, sondern gleichmäßige Farbflächen oder feine Kornstruktur, Lichtdrucke ein unregelmäßiges Runzelkorn, Offsetdrucke regelmäßige Rasterpunkte. Echtfotokarten sind auf Fotopapier abgezogen, glänzen oft und tragen auf der Rückseite den Namen des Fotopapierherstellers.

Verlagsangaben stehen meist klein auf der Rückseite oder am Bildrand, oft mit Nummer. Wiener-Werkstätte-Karten tragen auf der Rückseite den Aufdruck der Werkstätte mit laufender Nummer, Entwerferkarten des Jugendstils eine Signatur im Bild. Bei Nachdrucken sind Papier, Druckart und Verlagsangabe jünger als das Motiv. Ballspenden und Programmhefte nennen Veranstalter und Datum, Theaterzettel Bühne, Stück und Besetzung. Andachtsbildchen mit gestanzter Papierspitze stammen meist aus dem 19. Jahrhundert, gedruckte Bildchen aus späterer Zeit.

Ansichtskarten und Drucksachen mit NS-Propagandacharakter kaufen wir nicht.

Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Künstler

27

Manufakturen & Marken

12

Epochen & Stile

11

Materialien, Techniken & Punzen

6

Fragen zu Ansichtskarten & Ephemera

Sind alte Ansichtskarten von Wien etwas wert?

Das hängt vom Motiv ab. Seltene Straßen- und Geschäftsansichten, Vorstadtmotive und belebte Szenen sind gesucht, häufige Karten von Stephansdom, Oper und Schönbrunn meist wenig wert. Wir bewerten Bestände nach Motiv und Erhaltung.

Soll ich Briefmarken von den Karten ablösen?

Nein. Marke und Stempel gehören zur Karte und können ihren Wert erhöhen. Abgelöste Marken haben meist geringen Wert, die Karte verliert dagegen.

Kaufen Sie auch ganze Postkartenalben?

Ja. Lassen Sie die Karten im Album, damit Reihenfolge und Zusammenhang erhalten bleiben. Wir sichten das Album vollständig und machen ein Angebot für den ganzen Bestand.

Woran erkenne ich eine Karte der Wiener Werkstätte?

Wiener-Werkstätte-Karten tragen auf der Rückseite den Aufdruck der Werkstätte mit Nummer. Die Entwerfer sind oft mit Monogramm im Bild vermerkt. Nachdrucke unterscheiden sich durch Papier und Druckart.

Was sind Ballspenden?

Damenspenden oder Ballspenden sind kleine Geschenke, die Damen bei Wiener Bällen erhielten, oft mit Tanzordnung und gestaltet von Künstlern oder Kunsthandwerkern. Sie sind ein eigenes Sammelgebiet der Wiener Ballkultur.

Kaufen Sie auch Spielkarten und Sammelbilder?

Ja. Tarockkarten des 19. Jahrhunderts, vollständige Spiele in Originalschachtel, Sammelbilderalben und Reklamemarken nehmen wir an. Unvollständige Spiele bewerten wir im Konvolut.

Wie viele Karten sollten es sein, damit sich ein Termin lohnt?

Schon eine kleine Sammlung mit guten Wiener Motiven lohnt die Besichtigung. Senden Sie uns Fotos einiger Karten; danach sagen wir Ihnen, ob ein Termin sinnvoll ist.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.