Gold, Schmuck & Uhren
Pendel-, Stand- & Tischuhren verkaufen in Wien
Wien war um 1800 eines der Zentren des europäischen Großuhrenbaus. Laterndluhren, Stockuhren und Portaluhren aus dieser Zeit stehen bis heute in vielen Wohnungen.
Zwischen etwa 1780 und 1850 arbeiteten in Wien Hunderte bürgerliche Uhrmacher, unterstützt von Kastentischlern, Emailmalern, Gürtlern und Graveuren. Aus dieser Arbeitsteilung entstanden Uhrentypen, die mit der Stadt verbunden sind: die Wiener Laterndluhr mit verglastem Kasten und Gewichtsantrieb, die Stockuhr mit Viertelschlag auf zwei Glocken, die Portaluhr mit vier Säulen und die Bilderuhr, deren Zifferblatt in eine gemalte Stadtansicht eingesetzt ist. Signaturen wie Philipp Fertbauer oder Benedikt Fertbauer mit dem Zusatz „in Wien“ stehen auf Zifferblatt oder Rückplatine.
Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts übernahmen Fabriken die Produktion. Gustav Becker im schlesischen Freiburg baute Wandregulatoren nach Wiener Vorbild in Serie, Lenzkirch, Junghans und die Hamburg-Amerikanische Uhrenfabrik lieferten aus dem Schwarzwald Regulatoren, Freischwinger und Tischuhren. Aus Frankreich kamen Kaminuhren mit Werken von Japy Frères oder Vincenti in Gehäusen aus vergoldeter Bronze und Marmor. In Wiener Wohnungen der Gründerzeit hing deshalb fast überall ein Regulator, auf dem Kaminsims stand eine Pendule, im Speisezimmer eine Standuhr mit Westminsterschlag.
Für die Bewertung zählen Werk, Gehäuse und Vollständigkeit. Ein Werk mit Viertelschlag, Repetition oder Kalender ist mehr wert als ein einfaches Gehwerk, ein signiertes Wiener Werk mehr als eine Serienarbeit. Gehäuse aus Mahagoni, Nussholz oder Ebenholz mit feuervergoldeten Beschlägen, Emailzifferblatt und Originalverglasung heben den Wert, ebenso originale Pendel, Gewichte und Schlüssel. Verlorene Teile lassen sich ersetzen, mindern aber den Sammlerwert. Wir sehen uns jedes Stück einzeln an und öffnen dazu Gehäuse und Rückwand.
Großuhren sind schwer zu transportieren und empfindlich. Hängen Sie Pendel und Gewichte vor einem Transport ab und bewahren Sie sie getrennt auf, die Schnüre oder Ketten sollten nicht verdreht werden. Für eine erste Einschätzung genügen Fotos von Vorderseite, Zifferblatt, Werk und Signatur. Danach besichtigen wir die Uhr kostenlos in einem der 23 Wiener Bezirke und holen sie auf Wunsch ab. Sie wählen zwischen Barzahlung und Überweisung. Bei Verlassenschaften bewerten wir auch Uhren, die seit Jahrzehnten stehen.
Objektgruppen
25 Gruppen, jede mit eigener Seite: Was es ist, woran der Wert hängt, wie man Originale erkennt.
Wiener Laterndluhren
Wandregulatoren mit dreiseitig verglastem Kasten und Gewichtsantrieb aus der Zeit um 1800 bis 1850.
Gründerzeit-Regulatoren
Serienregulatoren mit Gewichtsantrieb und üppig verziertem Gehäuse aus der Zeit nach 1860.
Freischwinger
Federzug-Wanduhren, deren Pendel unter dem offenen Gehäuse frei schwingt.
Wiener Stockuhren
Tragbare Tischuhren mit Federantrieb, Viertelschlag und Repetition aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert.
Portaluhren
Tischuhren mit vier Säulen, zwischen denen das Pendel schwingt, aus Empire und Biedermeier.
Bilderuhren
Gemälde mit eingesetztem Zifferblatt, oft mit Spielwerk, aus dem Wiener Biedermeier.
Kommodenuhren
Kleine Tischuhren für Kommode und Sekretär, oft unter Glassturz, aus der Zeit um 1800 bis 1850.
Bodenstanduhren
Hohe Standuhren mit Gewichtsantrieb, aus Wien, England, Frankreich und dem Alpenraum.
Französische Kaminuhren
Pendulen aus vergoldeter Bronze, Marmor und Zinkguss mit Pariser Werken, vom Empire bis zur Belle Époque.
Uhrengarnituren mit Beistellern
Kaminuhren mit passenden Kandelabern oder Vasen als dreiteiliges Ensemble.
Boulle-Pendulen
Französische Pendulen mit Marketerie aus Messing und Schildpatt, nach dem Vorbild André-Charles Boulles.
Barocke Telleruhren
Wanduhren mit getriebener Messing- oder Silberplatte als Zifferblatt, aus Süddeutschland und Österreich.
Schwarzwälder Lackschild- und Kuckucksuhren
Holzräderuhren, Lackschilduhren und Kuckucksuhren aus der Schwarzwälder Uhrenproduktion.
Tischuhren des Jugendstils und Art déco
Tisch- und Kaminuhren zwischen 1900 und 1940, von der Wiener Werkstätte bis zur Serienuhr aus dem Schwarzwald.
Reiseuhren und Pendulettes
Kleine Uhren mit Tragegriff und Glasscheiben, oft im Lederetui, aus französischer und Schweizer Fertigung.
Atmos-Uhren
Tischuhren von Jaeger-LeCoultre, die ihre Antriebsenergie aus Temperaturschwankungen beziehen.
Drehpendeluhren unter Glassturz
Jahresuhren mit langsam drehendem Pendel, die mit einem Aufzug bis zu einem Jahr laufen.
Elektrische Haupt- und Nebenuhren
Elektrisch angetriebene und gesteuerte Uhren aus Büros, Schulen, Fabriken und Bahnhöfen.
Präzisionsregulatoren
Pendeluhren für Sternwarten, Uhrmacherwerkstätten und Labore, von Riefler, Strasser & Rohde und anderen.
Zappler und Wiener Kleinuhren
Kleine Wanduhren mit kurzem, schnell schwingendem Pendel vor dem Zifferblatt aus dem Wiener Biedermeier.
Flötenuhren und Uhren mit Spielwerk
Uhren mit eingebautem Orgel- oder Kammspielwerk, das zur vollen Stunde Melodien spielt.
Wecker und Küchenuhren
Mechanische Wecker und Küchenuhren der Serienproduktion, von der Gründerzeit bis in die 1970er-Jahre.
Designwanduhren der Nachkriegszeit
Wanduhren der 1950er- bis 1970er-Jahre mit Gehäusen aus Messing, Holz, Kunststoff und Keramik.
Turmuhrwerke
Große Uhrwerke aus Kirch-, Rathaus- und Schlosstürmen, mit Eisengestell und Schlagwerk.
Marinechronometer im Kasten
Präzisionsuhren zur Längengradbestimmung auf See, kardanisch aufgehängt im Holzkasten.
Wovon der Wert abhängt
Werk
Schlagwerke mit Viertelschlag, Repetition, Kalender oder Spielwerk heben den Wert. Präzise gearbeitete Wiener Werke sind gesuchter als Serienwerke.
Signatur
Namen Wiener Uhrmacher mit dem Zusatz „in Wien“ und Herstellerstempel wie Lenzkirch oder Japy Frères ermöglichen eine Zuordnung und Datierung.
Gehäuse
Edle Hölzer, Furnierqualität, feuervergoldete Beschläge, Alabaster und Bronze bestimmen den Eindruck. Originale Verglasung und Politur sind ein Pluspunkt.
Vollständigkeit
Originales Pendel, Gewichte, Schlüssel, Aufsätze und Glassturz gehören zur Uhr. Fehlende Teile mindern den Sammlerwert.
Zifferblatt
Emailzifferblätter ohne Sprünge und originale Zeiger sind wichtig. Übermalte oder ersetzte Zifferblätter senken den Wert.
Zustand
Wurmbefall, Risse im Furnier, abgeriebene Vergoldung und verbogene Zähne im Werk werden berücksichtigt. Eine stehende Uhr ist kein Ausschlussgrund.
Größe und Raumbedarf
Kleine Wand- und Tischuhren lassen sich leichter weiterverkaufen als große Standuhren, die viel Platz verlangen.
Originale erkennen
Das Werk gibt die wichtigsten Hinweise. Wiener Werke um 1800 haben schwere Messingplatinen, sorgfältig geschnittene Räder und gehärtete Stahltriebe, Signaturen stehen auf der Rückplatine oder dem Emailzifferblatt. Serienwerke der Gründerzeit tragen Firmenzeichen und Seriennummern; bei Gustav Becker lassen sich Uhren über Nummerntabellen datieren, bei Junghans über den Stern und Datumsstempel. Französische Pendulenwerke haben runde Platinen und einen Medaillenstempel von Japy Frères oder Vincenti. Die Zahl der Aufzugslöcher im Zifferblatt zeigt, ob ein Schlagwerk vorhanden ist.
Das Gehäuse verrät Stil und Zeit. Laterndluhren des Biedermeier sind schlank, mit schlichtem Mahagoni- oder Nussholzfurnier und dreiseitiger Verglasung, Gründerzeit-Regulatoren haben gedrechselte Aufsätze, Säulen und Schnitzerei. Kaminuhren des Empire zeigen feuervergoldete Bronze mit antiken Figuren, solche des Second Empire Marmor und Zinkguss. Holzwurmlöcher, nachgedunkelte Politur und Reparaturen am Furnier sind bei alten Gehäusen üblich. Nachgebaute Gehäuse mit alten Werken, sogenannte Mariagen, erkennt man an Spuren nicht passender Befestigungen.
Pendulen mit Boulle-Marketerie enthalten häufig Schildpatt, Uhren mit Einlagen oder Figuren aus Elfenbein unterliegen den Beschränkungen der Verordnung (EU) 2021/2280. Für Schildpatt gelten das Washingtoner Artenschutzübereinkommen und die Verordnung (EG) Nr. 338/97; wir kaufen solche Stücke nur mit den erforderlichen Nachweisen an. Turmuhrwerke und Uhren aus Kirchen oder öffentlichen Gebäuden prüfen wir auf ihre Herkunft.
Pendel-, Stand- & Tischuhren in Ihrem Bezirk
Für jeden Bezirk eine eigene Seite mit den Künstlern, Werkstätten und Beständen, die dort eine Rolle spielen.
Künstler, Marken, Epochen und Materialien
Künstler
2
- Josef Hoffmann1870–1956
- Franz Sobek20. Jahrhundert
Manufakturen & Marken
17
- Philipp Fertbauertätig um 1800
- Benedikt Fertbauertätig in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts
- Wiener Uhrmacher des Biedermeierum 1800–1850
- Gustav Becker1847–um 1930
- Lenzkirch1851–1932
- Junghansseit 1861
- Kienzleab 1883
- Hamburg-Amerikanische Uhrenfabrik1883–1930
- Japy Frèresab 1777
- Vincenti19. Jahrhundert
- Carl Suchy & Söhneseit 1822
- Jaeger-LeCoultreseit 1833
- Cartierseit 1847
- Wiener Werkstätte1903–1932
- Ulysse Nardinseit 1846
- Hamilton Watch Companyseit 1892
- Vitraseit 1950
Epochen & Stile
21
- Hochbarockum 1680–1730
- Rokokoum 1730–1770
- Louis-seizeum 1760–1792
- Zopfstilum 1760–1790
- Josephinischer Stilum 1780–1800
- Klassizismusum 1770–1840
- Directoireum 1790–1804
- Empireum 1804–1830
- Wiener Empireum 1804–1820
- Biedermeier1815–1848
- Zweites Rokokoum 1830–1870
- Neorenaissanceum 1860–1895
- Neobarockum 1870–1914
- Historismusum 1840–1914
- Gründerzeitum 1850–1914 (Gründerjahre 1867–1873)
- Jugendstilum 1895–1914
- Art découm 1920–1940
- Mid-Century Modernum 1945–1970
- Neogotikum 1840–1900
- Ringstraßenstilum 1860–1890
- Romantikum 1790–1850
Fragen zu Pendel-, Stand- & Tischuhren
Kaufen Sie Uhren, die nicht mehr gehen?
Ja. Großuhren stehen oft, weil das Öl verharzt ist oder das Pendel falsch hängt. Wir prüfen Werk und Gehäuse und bewerten die Uhr im aktuellen Zustand.
Wie transportiere ich eine Pendeluhr richtig?
Nehmen Sie das Pendel ab, hängen Sie die Gewichte aus und bewahren Sie beides getrennt auf. Bei Standuhren sollte das Werk gesichert werden; wir übernehmen den Abtransport auf Wunsch selbst.
Woran erkenne ich eine echte Wiener Laterndluhr?
Typisch sind ein schlanker, dreiseitig verglaster Kasten, ein Emailzifferblatt, eine lange Holzpendelstange mit Messinglinse und ein Werk mit Gewichtsantrieb. Eine Signatur mit dem Zusatz „in Wien“ ist ein starker Hinweis.
Ist ein Gründerzeit-Regulator von Gustav Becker wertvoll?
Die meisten Becker-Regulatoren sind Serienware und moderat gefragt. Frühe Werke vor 1880, Regulatoren mit zwei oder drei Gewichten und Uhren mit aufwendigem Gehäuse werden höher bewertet.
Was ist eine Mariage?
So nennt man eine Uhr, bei der Werk und Gehäuse ursprünglich nicht zusammengehörten. Mariagen sind häufig und mindern den Sammlerwert; wir erkennen sie an Befestigungsspuren und Maßen.
Kaufen Sie auch Kaminuhren mit Garnitur?
Ja. Vollständige Garnituren aus Uhr und Beistellern sind gesuchter als einzelne Uhren. Fehlende Teile einer Garnitur werden in der Bewertung berücksichtigt.
Holen Sie Standuhren ab?
Ja, auf Wunsch holen wir Standuhren und große Regulatoren nach dem Ankauf ab. Pendel, Gewichte und Werk werden dabei gesichert.
Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.
Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.
Lieber schriftlich? Zum Anfrageformular