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Künstler: Zwischenkriegszeit

Switbert Lobisser

Holzschneider, Maler, 1878–1943, Tiffen – St. Paul im Lavanttal – Klagenfurt

Kärntner Holzschneider und ehemaliger Benediktiner aus St. Paul im Lavanttal; 673 Holzschnitte und rund 100 Fresken, in der NS-Zeit offiziell gefördert.

Switbert Lobisser, geboren 1878 als Leo Lobisser in Tiffen, trat 1899 als Novize in das Benediktinerstift St. Paul im Lavanttal ein, studierte Theologie in Salzburg und Rom und wurde 1903 zum Priester geweiht. 1904–1908 studierte er an der Wiener Akademie und unterrichtete danach Kunst am Stiftsgymnasium. 1932 verließ er Stift und Orden. Ab 1933 näherte er sich dem Nationalsozialismus an, war Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste und beschickte 1937–1943 die Großen Deutschen Kunstausstellungen. Er starb 1943 in Klagenfurt.

Lobisser schuf 673 Holzschnitte, vor allem Landschaften, Menschen und Brauchtum seiner Kärntner Heimat sowie christliche Themen, in kräftigem Schwarz-Weiß mit dichter Schraffur und klaren Konturen. Daneben malte er rund 100 Fresken, beginnend 1920 in der Konviktskapelle von St. Paul, später im Winterrefektorium und 1928 und 1938 im Klagenfurter Landhaus. Er illustrierte Bücher und Kalender. Das Stift St. Paul besitzt die vollständige Sammlung seiner Holzschnitte.

Lobissers Holzschnitte sind meist mit Bleistift signiert; Abzüge vom Stock zeigen Prägung und tiefschwarzen, leicht ungleichmäßigen Farbauftrag. Buchillustrationen sind oft als Klischee gedruckt und flacher. Die Sammlung des Stifts St. Paul erlaubt den Abgleich jedes Motivs. Arbeiten mit politischer Propaganda aus der NS-Zeit sind gesondert zu betrachten; Blätter mit Landschaften und Brauchtum bilden den Großteil des Werks.

Epochen & Stile

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