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Bücher & Antiquariat verkaufen in Wien

Ein Buch wird nach Inhalt, Ausgabe, Erhaltung und Herkunft bewertet. Vom Frühdruck bis zur signierten Erstausgabe des 20. Jahrhunderts sehen wir uns jeden Bestand an.

Wiener Bibliotheken sind oft über Generationen gewachsen. In einer Gelehrtenwohnung am Alsergrund stehen medizinische Werke des 19. Jahrhunderts neben Erstausgaben von Schnitzler und Kraus, in einer Wohnung in Hietzing Kunstbände, Ausstellungskataloge der Secession und Kinderbücher aus Gerlachs Jugendbücherei, auf einem Dachboden in Ottakring Gebetbücher, Kalender und Kochbücher der Großeltern. Der Wert eines Bestands steckt häufig in wenigen Titeln, die man auf den ersten Blick nicht erkennt. Deshalb sehen wir uns Bibliotheken vollständig an, bevor wir einzelne Bücher bewerten.

Wien war seit dem 15. Jahrhundert ein Druckort. Im 18. Jahrhundert machte Johann Thomas von Trattner die Stadt zu einem Zentrum des Buchdrucks, die Druckerei van Ghelen druckte ab 1721 das 1703 gegründete Wiener Diarium, aus dem die Wiener Zeitung hervorging, und die 1804 gegründete k. k. Hof- und Staatsdruckerei entwickelte unter Alois Auer neue Verfahren wie den Naturselbstdruck. Um 1900 erneuerten Künstler der Secession und der Wiener Werkstätte die Buchkunst, mit Zeitschriften wie Ver Sacrum und Büchern wie Oskar Kokoschkas „Die träumenden Knaben“ von 1908.

Für die Bewertung zählen Inhalt, Ausgabe, Seltenheit, Erhaltung und Provenienz. Eine Erstausgabe ist mehr wert als eine spätere Auflage, ein vollständiges Exemplar mehr als eines mit fehlenden Tafeln oder Karten, ein originaler Einband mehr als ein späterer. Widmungen, Exlibris und Besitzvermerke bekannter Personen können den Wert steigern. Wasserflecken, Stockflecken, Wurmgänge, lose Einbände und herausgeschnittene Tafeln mindern ihn. Bitte trennen Sie keine Karten oder Tafeln heraus und reparieren Sie Einbände nicht mit Klebeband.

Für eine erste Einschätzung genügen Fotos der Buchrücken im Regal, bei einzelnen Büchern auch von Titelblatt, Impressum und Einband. Danach besichtigen wir die Bibliothek kostenlos in einem der 23 Wiener Bezirke. Wir nehmen ganze Bestände, sortieren vor Ort und erstellen ein Angebot für die gesamte Bibliothek oder für ausgewählte Titel. Der Betrag wird bar übergeben oder überwiesen, den Abtransport übernehmen wir. Bleiben Bücher ohne Marktwert übrig, übernimmt die Räumung auf Wunsch unsere Schwesterseite für Wien.

Objektgruppen

28 Gruppen, jede mit eigener Seite: Was es ist, woran der Wert hängt, wie man Originale erkennt.

Wovon der Wert abhängt

  • Ausgabe

    Erstausgaben, Erstdrucke und frühe Auflagen sind gesuchter als spätere. Nummerierte Vorzugsausgaben und Pressendrucke bilden eigene Gruppen.

  • Vollständigkeit

    Alle Tafeln, Karten, Beilagen und Bände müssen vorhanden sein. Fehlende Teile mindern den Wert erheblich, besonders bei Atlanten und illustrierten Werken.

  • Erhaltung

    Sauberer Buchblock, fester Einband und frisches Papier zählen. Stockflecken, Wasserränder, Wurmgänge und Risse senken den Wert.

  • Einband

    Originale Verlagseinbände und Schutzumschläge bei Büchern des 20. Jahrhunderts, zeitgenössische Ledereinbände bei älteren Drucken heben den Wert.

  • Provenienz

    Widmungen, Exlibris und Besitzvermerke bekannter Personen oder Bibliotheken steigern das Interesse. Bibliotheksstempel verlangen eine Klärung der Herkunft.

  • Seltenheit

    Kleine Auflagen, verbotene oder vernichtete Ausgaben und regionale Drucke sind schwerer zu finden und entsprechend gesucht.

  • Thema

    Bestimmte Gebiete wie Wiener Moderne, Psychoanalyse, frühe Naturkunde, Kartografie und Kinderbuch haben aktive Sammlermärkte.

Originale erkennen

Das Impressum oder bei alten Drucken das Kolophon am Ende nennt Drucker, Verleger, Ort und Jahr. Erstausgaben tragen oft keinen Vermerk; Hinweise geben Bibliografien, Druckfehler, die in späteren Auflagen korrigiert wurden, und Verlagsanzeigen am Ende des Bandes. Bei Büchern vor 1800 verrät das Papier viel: Handgeschöpftes Papier zeigt im Gegenlicht Wasserzeichen und Siebstruktur, Holzschnitte drücken sich leicht ins Papier, Kupferstiche hinterlassen einen Plattenrand. Fehlende Seiten erkennt man an der Lagenzählung, den Bogensignaturen am Fuß der Seiten.

Bei Büchern des 20. Jahrhunderts ist der Schutzumschlag oft wertvoller als man denkt; bei gesuchten Erstausgaben macht er einen großen Teil des Werts aus. Signaturen und Widmungen stehen meist auf dem Vorsatz oder Titelblatt. Nummerierte Ausgaben tragen im Impressum die Auflagenhöhe und eine handschriftliche Nummer. Bibliotheksstempel, Signaturschilder am Rücken und gelöschte Stempel weisen auf eine frühere institutionelle Herkunft hin. Exlibris zeigen den Vorbesitzer, gestochene Exlibris bekannter Künstler sind selbst Sammelobjekte.

Bücher mit Stempeln öffentlicher oder kirchlicher Bibliotheken und Bestände mit Verdacht auf NS-Raubgut prüfen wir auf ihre Herkunft; ohne geklärte Provenienz kaufen wir nicht an. Schriften mit NS-Propagandacharakter kaufen wir nicht. Für die Ausfuhr bestimmter alter Bücher und Handschriften aus Österreich und der EU können Bewilligungen nötig sein.

Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Künstler

114

Manufakturen & Marken

5

Epochen & Stile

26

Materialien, Techniken & Punzen

11

Fragen zu Bücher & Antiquariat

Kaufen Sie ganze Bibliotheken?

Ja. Wir sichten den gesamten Bestand vor Ort, bewerten gesuchte Titel einzeln und machen ein Angebot für die ganze Bibliothek. Den Abtransport übernehmen wir.

Wie erkenne ich eine Erstausgabe?

Das Impressum nennt manchmal die Auflage, oft aber nicht. Wir vergleichen mit Bibliografien, Druckmerkmalen und Verlagsanzeigen. Senden Sie uns Fotos von Titelblatt und Impressum.

Sind alte Bibeln und Gebetbücher wertvoll?

Das hängt von Alter, Ausgabe, Illustrationen und Einband ab. Frühe Drucke, illustrierte Prachtausgaben und Gebetbücher mit Silbereinband sind gesucht, Familienbibeln des 19. Jahrhunderts meist weniger.

Mindert eine Widmung den Wert eines Buches?

Eine Widmung des Autors erhöht den Wert meist. Private Widmungen unbekannter Schenkender mindern ihn kaum, Unterstreichungen und Randnotizen dagegen schon, außer sie stammen von einer bekannten Person.

Kaufen Sie auch Lexika und Gesamtausgaben?

Konversationslexika und Klassikerausgaben des 20. Jahrhunderts haben heute meist geringen Marktwert. Ältere Enzyklopädien, gut erhaltene Ledereditionen und gesuchte Werkausgaben bewerten wir einzeln.

Was passiert mit Büchern ohne Marktwert?

Wir nehmen sie im Rahmen eines Gesamtankaufs mit, wenn das vereinbart ist. Bleiben größere Mengen übrig, übernimmt die Räumung auf Wunsch unsere Schwesterseite für Wien.

Wie sollte ich alte Bücher bis zur Besichtigung lagern?

Trocken, kühl und aufrecht stehend, nicht zu eng und nicht in Kartons im feuchten Keller. Lose Einbände nicht mit Klebeband fixieren, sondern mit einem Band locker umwickeln.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.