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Künstler: Zwischenkriegszeit

Georg Merkel

Maler, Grafiker, 1881–1976, Lemberg – Paris – Wien

Maler arkadischer Landschaften mit Figuren aus Lemberg; Paris vor 1914, Hagenbund in Wien, Exil in Frankreich ab 1938.

Georg Merkel stammte aus ärmsten Verhältnissen in Lemberg, arbeitete als Dekorationsmaler und studierte 1903–1905 an der Krakauer Akademie bei Józef Mehoffer und Julian Fałat. Von 1906 bis 1914 lebte er fast durchgehend in Paris. Im Ersten Weltkrieg wurde er schwer verwundet. Ab 1917 arbeitete er in Wien, war Mitglied des Hagenbunds und der Malerkolonie Zinkenbach. 1938 emigrierte er mit seiner Frau, der Malerin Luise Merkel-Romée, nach Frankreich. Er starb 1976 in Wien.

In Paris studierte Merkel die französischen Klassizisten Poussin und Claude Lorrain, dazu Puvis de Chavannes, Cézanne und Picasso. Daraus entwickelte er seine Bildwelt: idyllische Landschaften mit Figuren, Liebespaare, Hirten, Badende, Engel und mythologische Szenen in heller, lyrischer Farbigkeit. Er malte in Öl, Aquarell und Gouache, zeichnete in Kohle und schuf Holzschnitte. 1945 wurde er Mitglied der Secession, 1961 erhielt er den Preis der Stadt Wien.

Merkels Bilder kehren mit ähnlichen Motiven über Jahrzehnte wieder; Datierung und Zuordnung zu Wiener oder französischen Jahren gelingen über Malgrund, Etiketten und Ausstellungsnachweise. Kohlezeichnungen sind abriebempfindlich und gehören hinter Glas. Holzschnitte sind meist signiert. Die Herkunft von Werken, die er 1938 in Wien zurücklassen musste, ist zu klären. Holzschnitte mit Liebespaaren und Engeln sind eine wiederkehrende Motivgruppe.

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