Epoche
Neo-Dada
Kunstbewegung, um 1954–1965
Rückgriff auf Dada mit Alltagsgegenständen, Flaggen, Zahlen und Combines; Robert Rauschenberg und Jasper Johns als Hauptvertreter, Wegbereiter von Pop Art und Fluxus.
Mitte der 1950er-Jahre begannen Robert Rauschenberg und Jasper Johns in New York, Alltagsgegenstände und vorgefundene Bilder in die Malerei zu holen. Kritiker sprachen Ende der 1950er-Jahre von Neo-Dada, mit Blick auf Marcel Duchamps Readymades und die Dada-Bewegung. Anregungen kamen vom Komponisten John Cage und vom Black Mountain College.
Rauschenberg schuf ab 1954 Combines aus Malerei, Fotos, Stoff und Gegenständen, etwa „Bed“ (1955) und „Monogram“ (1955–1959) mit einer ausgestopften Angoraziege. Johns malte ab 1954 Flaggen, Zielscheiben, Zahlen und Landkarten in Enkaustik. Allan Kaprow veranstaltete 1959 „18 Happenings in 6 Parts“, auch Jim Dine kam vom Happening. In Tokio bildete sich 1960 die Gruppe Neo Dada Organizers.
Neo-Dada steht zwischen Abstraktem Expressionismus und Pop Art. In Europa verlief parallel der Nouveau Réalisme mit Daniel Spoerri und Arman; aus dem Umfeld von John Cage ging Fluxus hervor.
Am Markt ist vor allem Druckgrafik zugänglich: Johns arbeitete ab 1960 bei Universal Limited Art Editions an Lithografien, später auch bei Gemini G.E.L.; Rauschenberg schuf Lithografien, Umdrucke und Siebdrucke in zahlreichen Werkstätten. Werkverzeichnisse und die Robert Rauschenberg Foundation helfen bei der Einordnung; Probedrucke, Auflagen und Signaturen sind genau zu prüfen.
Woran man es erkennt
- Alltagsgegenstände und Fundstücke
- Combines aus Malerei und Objekt
- Flaggen, Zahlen und Zielscheiben
- Collage und Umdruck
- Nähe zu Happening und Fluxus
Künstler
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