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Künstler: Wiener Moderne

Heinrich Lefler

Maler, Illustrator, Bühnenbildner, 1863–1919, Wien

Mitbegründer des Hagenbunds 1900, Ausstattungschef an Hofoper und Burgtheater und ab 1903 Akademieprofessor, bei dem Richard Gerstl studierte.

Heinrich Lefler studierte an den Akademien in Wien bei Christian Griepenkerl und in München und begann mit Landschaften und historisierenden Genrebildern. Mit seinem Schwager, dem Architekten Joseph Urban, gründete er 1900 den Hagenbund und gestaltete 1898/99 den Wiener Rathauskeller. 1900–1903 leitete er unter Gustav Mahler die Ausstattung der Hofoper, 1903–1910 jene des Burgtheaters. 1903 wurde er Professor für Historienmalerei an der Akademie; zu seinen Schülern zählten Richard Gerstl, Rudolf Junk und Franz Wacik. Lefler starb 1919 in Wien.

Leflers Illustrationen verbinden Jugendstil-Rahmen, historisierende Kostüme und erzählerische Bildfolgen, etwa zu Andersens „Die Prinzessin und der Schweinehirt“ (1897), Poes „Die Maske des roten Todes“ (1897), Grimms „Marienkind“ (1904) und Fuldas „Märchen-Kalender“ ab 1905. Für die Pariser Weltausstellung 1900 schuf er monumentale Illustrationen zu Musäus für die Reichsdruckerei. Gemeinsam mit Urban gestaltete er Kalender und Festdekorationen. 1910 legte er alle öffentlichen Ämter nieder.

Die meisten Lefler-Arbeiten im Umlauf sind Drucke: Buchillustrationen, Kalenderblätter, Notentitel der Universal-Edition und Farbdrucke. Originalentwürfe zeigen Bleistiftvorzeichnung, Aquarell und Deckfarbe und tragen teils Druckvermerke. Bei Büchern zählen Vollständigkeit der Tafeln und Zustand des Einbands; Kalender sind oft unvollständig. Gemeinschaftsarbeiten mit Urban sind über Signatur und Druckvermerk zuzuordnen. Plakate ab 1894 sind Lithografien mit Druckvermerk.

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