Material: Malerei & Grafik
Miniaturmalerei
Kleinformatige Bildnisse in Aquarell und Gouache auf Elfenbein, Pergament oder Karton, im Biedermeier durch Moritz Michael Daffinger berühmt.
Bildnisminiaturen sind kleine, meist ovale oder runde Porträts, die in Medaillons, auf Dosen oder in Etuis getragen und aufbewahrt wurden. Im 18. Jahrhundert setzte sich Elfenbein als Malgrund durch, dazu kamen Pergament, Karton, Kupfer und Email. Heinrich Friedrich Füger malte in Wien im späten 18. Jahrhundert Miniaturen, im Biedermeier wurde Moritz Michael Daffinger zum gefragtesten Wiener Miniaturisten. Mit der Fotografie verlor die Gattung ab der Mitte des 19. Jahrhunderts an Bedeutung.
Miniaturen zeigen unter der Lupe feine Punkte und Striche aus Aquarell oder Gouache, die Haut erscheint durchscheinend auf dem hellen Grund. Elfenbein zeigt am Rand oder auf der Rückseite die typische Maserung. Gedruckte Miniaturen, häufig auf Kunststoff oder Papier, zeigen Raster. Signaturen sitzen oft seitlich am Rand. Rahmen aus vergoldetem Metall, Gold oder Holz mit Samtfutter gehören dazu. Rückseiten tragen mitunter Haarlocken oder Inschriften. Feuchtigkeit lässt Elfenbeinplättchen sich wölben und die Farbe abplatzen.
Miniaturen bekannter Maler und gut erhaltene Biedermeier-Porträts sind gesucht. Für die Bewertung zählen Künstler, Qualität, Dargestellter und Rahmen. Gedruckte Souvenirminiaturen haben kaum Wert. Bei einem Malgrund aus Elfenbein gelten die gesetzlichen Handelsbeschränkungen, auch wenn der Elfenbeinanteil gering ist. Signierte Miniaturen Wiener Maler in originalen Etuis sind am gesuchtesten.
So prüfen Sie es
- feine Punkte und Striche unter der Lupe
- durchscheinender Malgrund
- Maserung bei Elfenbein
- Raster bei gedruckten Miniaturen
- Signatur am Rand
Viele Miniaturen sind auf Elfenbeinplättchen gemalt; dann gelten die EU-Handelsbeschränkungen für Elfenbein seit 19. Jänner 2022 (VO (EU) 2021/2280). Ein Ankauf ist nur mit den dort vorgesehenen Ausnahmen und Nachweisen möglich.
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