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Künstler: Klassizismus & Biedermeier-Architektur

Louis Montoyer

Architekt, Hofarchitekt, um 1749–1811, Mariemont – Brüssel – Wien

Architekt aus dem Hennegau, der mit Herzog Albert von Sachsen-Teschen nach Wien kam; Palais Rasumofsky, Zeremoniensaal der Hofburg und Erweiterung der heutigen Albertina.

Louis Montoyer stammte aus Mariemont im Hennegau und arbeitete in den Österreichischen Niederlanden für den Statthalter Albert von Sachsen-Teschen; nach seinen Plänen entstand ab 1782 Schloss Laeken bei Brüssel. Nach der französischen Besetzung folgte er dem Herzog nach Wien, wo er bis zu seinem Tod 1811 als Architekt des Hofes und des Hochadels tätig war.

Für Albert erweiterte er ab 1801 das Palais an der Augustinerbastei, in dem der Herzog seine Grafiksammlung unterbrachte, den Grundstock der Albertina. 1804–1807 baute er in der Hofburg den Zeremoniensaal mit korinthischen Säulen. Für den russischen Gesandten Andrej Rasumofsky entstand 1806/07 an der Landstraße ein Palais in strengem Klassizismus mit Säulenportikus zum Garten. Rasumofsky ist Widmungsträger von Beethovens Streichquartetten op. 59.

Montoyers Bauten erscheinen in Veduten und Architekturaufnahmen des frühen 19. Jahrhunderts. Ausstattung dieser Zeit – Luster, Bronzen, Möbel im Geschmack des Empire – wird gern einzelnen Palais zugeschrieben, belegbar ist das aber nur über Inventare oder Versteigerungskataloge. Im Palais Rasumofsky brach 1814 ein Brand aus, der Teile der Sammlung des Fürsten zerstörte; Objekte mit behaupteter Rasumofsky-Herkunft verlangen deshalb eine besonders genaue Prüfung.

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