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Künstler: Gotik & Renaissance

Hans Baldung Grien

Maler, Grafiker, 1484/85–1545, Schwäbisch Gmünd – Straßburg

Dürer-Schüler aus Schwäbisch Gmünd, Meister des Hochaltars im Freiburger Münster und früher Meister des Clair-obscur-Holzschnitts.

Hans Baldung, genannt Grien, arbeitete um 1503 bis 1507 in der Werkstatt Albrecht Dürers in Nürnberg und erwarb danach das Bürgerrecht in Straßburg. Von 1512 bis 1516 schuf er in Freiburg im Breisgau den Hochaltar des Münsters mit der Marienkrönung. Ab 1517 lebte er wieder in Straßburg, wo er Ratsherr wurde und 1545 starb. Der Beiname „Grien“ wird mit seiner Vorliebe für Grün in Verbindung gebracht.

Baldungs Themenkreis reicht von Altartafeln und Bildnissen zu Motiven, die ihn bekannt machten: Hexen, der Tod und das Mädchen, Vanitas. Sein Holzschnitt der Hexen von 1510 ist im Helldunkel-Verfahren mit Ton- und Strichplatte gedruckt. Daneben schuf er Glasgemäldeentwürfe, Buchillustrationen und Zeichnungen auf farbig grundiertem Papier mit Weißhöhung. Seine Figuren sind expressiver und unruhiger als jene Dürers. Seine Akte verbinden Vergänglichkeit, Begierde und Tod in drastischer Bildsprache.

Baldung signierte mit dem Monogramm HBG, häufig in einer Tafel oder einem Schild. Gemälde kommen kaum in Privatbesitz vor; im Handel erscheinen Holzschnitte und Buchillustrationen in Drucken Straßburger Verleger. Zu prüfen sind Druckzustand, Kolorit, Ausrisse und Restaurierungen. Clair-obscur-Drucke mit zwei Platten müssen passgenau sitzen; verschobene Tonplatten weisen meist auf späte Abzüge hin.

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