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Epoche

Wiener Secession

Kunstbewegung, ab 1897 (Stilprägung bis um 1905)

1897 gegründete Künstlervereinigung um Gustav Klimt mit eigenem Ausstellungshaus von Olbrich – Motto: „Der Zeit ihre Kunst. Der Kunst ihre Freiheit.“

Im April 1897 traten Gustav Klimt, Koloman Moser, Josef Hoffmann, Joseph Maria Olbrich, Carl Moll und weitere Künstler aus dem Künstlerhaus aus und gründeten die Vereinigung bildender Künstler Österreichs. Ziel war Anschluss an die internationale Moderne. Otto Wagner trat 1899 bei. Die Zeitschrift „Ver Sacrum“ erschien ab 1898. 1905 verließ die Klimt-Gruppe nach Streit über den Kunsthandel die Vereinigung, die bis heute besteht.

Die Secession verstand Ausstellungen als Gesamtkunstwerke, mit eigens gestalteten Räumen, Plakaten und Katalogen. Formensprache: Quadrat und Kreis, Lorbeermotive, Gold, flächige Ornamentik und Schrift als Gestaltungselement. Die Plakate der Ausstellungen von Klimt, Moser, Roller und anderen sind Hauptwerke der Gebrauchsgrafik. „Ver Sacrum“ verband Holzschnitt, Lithografie und Buchschmuck. Klimt entwickelte hier seine goldene Periode mit Ornament- und Mosaikflächen. Die Räume wurden für jede Schau neu gestaltet, mit Wandbemalungen, eigens entworfenen Möbeln und Vitrinen. Typografie und Signets stammten von den Mitgliedern selbst.

Olbrich errichtete 1897/98 das Ausstellungshaus an der Friedrichstraße mit der vergoldeten Lorbeerkuppel. Die 14. Ausstellung 1902 war Beethoven gewidmet; Klimts Fries ist dort erhalten. Moser und Moll bauten sich auf der Hohen Warte Häuser nach Entwürfen Hoffmanns. Das Leopold Museum und das Belvedere, das Klimts „Kuss“ zeigt, bewahren Hauptwerke. Im Handel sind Secessionsplakate, „Ver Sacrum“-Hefte und Originalgrafik gefragt. Über dem Eingang steht das Motto in goldenen Lettern.

Secessionsplakate wurden lithografisch in kleinen Auflagen gedruckt und tragen Druckereivermerke, etwa der Firma A. Berger. Nachdrucke und Faksimiles sind verbreitet und am Raster oder am Papier erkennbar. „Ver Sacrum“-Jahrgänge sollten mit Originalbeilagen vollständig sein; herausgelöste Blätter werden einzeln angeboten und sind am Heftfalz erkennbar. Originalhefte haben ein fast quadratisches Format und Kunstdruckbeilagen.

Woran man es erkennt

  • Ausstellungen als Gesamtkunstwerk
  • Quadrat, Kreis und Lorbeer
  • goldene Ornamentflächen
  • Schrift als Gestaltungselement
  • Ausstellungsplakate in Lithografie
  • Zeitschrift „Ver Sacrum“
  • Mosaik- und Goldgrundwirkung bei Klimt
  • Künstlerhäuser auf der Hohen Warte

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