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Künstler: Zwischenkriegszeit

Marie-Louise von Motesiczky

Malerin, 1906–1996, Wien – Frankfurt – London

Wiener Malerin aus der Meisterklasse Max Beckmanns; 1938 Emigration, ab 1939 in England, Bildnisse ihrer Mutter über Jahrzehnte.

Marie-Louise von Motesiczky wurde 1906 in eine wohlhabende Wiener Familie geboren und verließ die Schule mit 13 Jahren. Sie nahm Kunstunterricht in Wien, Den Haag, Frankfurt, Paris und Berlin; 1927/28 holte sie Max Beckmann in seine Meisterklasse an der Frankfurter Städelschule. Nach dem „Anschluss“ 1938 verließ sie mit ihrer Mutter sofort Wien, ging über die Niederlande nach England und lebte ab 1960 in Hampstead. Ihr Bruder Karl starb 1943 in Auschwitz. Sie starb 1996 in London.

Motesiczky malte Bildnisse, Selbstbildnisse, Stillleben und Figurenbilder mit kräftigen Konturen und einer Beckmann verpflichteten, aber eigenständigen Farbigkeit. Ihre Mutter Henriette war über fünf Jahrzehnte ihr wichtigstes Modell, bis ins hohe Alter und Sterben. In London lernte sie 1939 Elias Canetti kennen, der ihr jahrzehntelang nahestand und ebenfalls porträtiert wurde. Die Secession zeigte 1966 eine große Ausstellung, das Belvedere 1994 eine Retrospektive.

Motesiczkys Bilder kommen meist aus englischem Besitz in den Handel; frühe Arbeiten aus der Wiener Zeit sind selten. Der Marie-Louise von Motesiczky Charitable Trust hat die Urheberrechte 2025 an die Tate übertragen. Für Zuschreibungen helfen Ausstellungsnachweise von 1966, 1985 und 1994. Bei Werken, die nach 1938 in Wien zurückblieben, ist die Herkunft zu klären.

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