Antiquitäten WienAnkauf von Kunst und Nachlässen
Antiquitäten Wien

Material: Malerei & Grafik

Tempera

Malerei mit Pigmenten in Ei- oder Leimemulsion, Technik der mittelalterlichen Tafelbilder und Ikonen, im 20. Jahrhundert wiederentdeckt.

Tempera bindet Farbpigmente mit einer Emulsion, meist aus Eigelb, bei anderen Rezepturen aus Leim, Kasein oder Öl. Bis ins 15. Jahrhundert war Eitempera die Haupttechnik der Tafelmalerei in Europa. Ikonenmaler in Russland, Griechenland und auf dem Balkan arbeiten bis heute in Eitempera auf grundierten Holztafeln. Im 19. und 20. Jahrhundert griffen Künstler die Technik wieder auf, etwa im Symbolismus und im Phantastischen Realismus, oft kombiniert mit Öllasuren als Mischtechnik.

Tempera trocknet schnell und matt bis seidig; Farbübergänge entstehen durch feine Schraffuren statt durch Verschmelzen. Die Malschicht ist dünn und liegt bei Ikonen auf Kreidegrund, oft mit Leinwandunterlage. Gold erscheint als Blattgold auf Poliment. Krakelüren verlaufen fein und netzartig. Ölmalerei wirkt dagegen glänzender und pastoser. Ikonenrückseiten zeigen eingesetzte Querleisten gegen das Verziehen. Die Unterscheidung zwischen Tempera und Öl ist in Katalogen oft eine Einschätzung, die eine Laboranalyse bestätigen kann.

Russische Ikonen in Eitempera werden nach Alter, Schule, Qualität und Zustand bewertet, Ikonen mit Oklad aus Silber zusätzlich nach dem Metall. Moderne Ikonen und Drucke auf Holz sind häufig. Tempera-Arbeiten bekannter Künstler des 20. Jahrhunderts finden Sammler. Kulturgut mit unklarer Herkunft, etwa aus Kirchen, erfordert eine Provenienzprüfung.

So prüfen Sie es

  • matte bis seidige Oberfläche
  • Schraffuren statt Farbverläufe
  • Kreidegrund und Blattgold bei Ikonen
  • feine, netzartige Krakelüren
  • Querleisten auf Ikonenrückseiten

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.