Künstler: Expressionismus
Stephanie Hollenstein
Malerin, 1886–1944, Lustenau – München – Wien
Expressionistische Landschafts- und Stilllebenmalerin aus Lustenau; 1915 als „Stephan Hollenstein“ an der Front, später Kriegsmalerin.
Stephanie Hollenstein stammte aus einer Bauernfamilie in Lustenau, erhielt 1904 ein Stipendium für die Kunstgewerbeschule in München und schloss 1908 mit Auszeichnung ab. 1915 diente sie in Männerkleidung als „Stephan Hollenstein“ bei den Standschützen an der Tiroler Front, bis sie nach Hause geschickt wurde. Danach war sie Kriegsmalerin des Kriegspressequartiers. Ab 1938 leitete sie die Vereinigung bildender Künstlerinnen in Wien; sie war NSDAP-Mitglied. Sie starb 1944 in Wien.
Hollenstein malte Landschaften, Stillleben und Dorfansichten in expressiver Farbe mit breitem, pastosem Pinselzug und starken Konturen. Motive stammen aus Vorarlberg, Tirol, den Dolomiten und Italien, wo sie 1913 mit einem Stipendium studierte; Blumensträuße in Glasvasen sind eine häufige Stilllebengruppe. Sie stellte im Künstlerhaus, in der Secession und im Hagenbund aus. Die Galerie Hollenstein in Lustenau bewahrt den größten Teil ihres erhaltenen Werks.
Die Galerie Hollenstein in Lustenau verzeichnet über tausend nummerierte Arbeiten und ist die wichtigste Vergleichsquelle. Gemälde in Privatbesitz stammen meist aus Vorarlberger oder Wiener Familien. Signatur und Pinselführung sind mit gesicherten Werken abzugleichen. Kriegsbilder aus dem Ersten Weltkrieg können aus Beständen des Kriegspressequartiers stammen; ihre Herkunft ist zu prüfen. Leinwände der Zwischenkriegszeit zeigen oft pastose Farbaufträge, die zu Ausbrüchen neigen.
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