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Klassische Moderne im 8. Bezirk, 1080 Wien

Klassische Moderne aus der Josefstadt: Klimt, Ploberger, Altbau

Im Hof der Josefstädter Straße 21 hatte Klimt ab 1892 sein Atelier. Im Altbau des kleinsten Bezirks bleiben Bilder oft über Generationen in derselben Wohnung.

Drei- bis Fünfzimmerwohnungen mit Kachelöfen, Flügeltüren und Kastenfenstern in Langer Gasse, Piaristengasse und Lenaugasse sind für Bilder gebaut: Die Wandflächen zwischen den Türen bestimmen bis heute, wie Familien ihre Sammlungen hängen. Weil der Bezirk im Zweiten Weltkrieg vergleichsweise wenig zerstört wurde, blieben viele Bestände an Ort und Stelle. Verlassenschaften enthalten gewachsene Grafiksammlungen, Aquarelle und Ölbilder, darunter Arbeiten der Zwischenkriegszeit neben Wiener Ansichten in der Tradition Rudolf von Alts.

Gustav Klimt arbeitete ab 1892 in einem Atelier im Hof des Hauses Josefstädter Straße 21. Herbert Ploberger, einer der Maler der österreichischen Neuen Sachlichkeit, war von 1946 bis 1950 Bühnenbildner am Theater in der Josefstadt, seit 1924 die Bühne Max Reinhardts. Aus dem Theaterumfeld stammen Bühnenbildentwürfe, Figurinen und Rollenbildnisse, die wir als eigene Werkgruppe bewerten. Das Volkskundemuseum im Palais Schönborn zeigt jene Volkskunst, auf die sich Entwerfer der Wiener Werkstätte vielfach bezogen.

Viele Josefstädter Altbauten haben keinen Lift oder nur einen nachträglich im Hof eingebauten. Bilder nehmen wir deshalb selbst von der Wand, polstern die Ecken und tragen einzeln. Vorab genügen Fotos, auch Detailaufnahmen der Signatur und der Etiketten auf der Rückseite. Die Besichtigung ist kostenlos; stammt ein Bild aus einem Erwerb der Jahre 1938 bis 1945, steht die Provenienzklärung vor der Zahlung, die bar oder per Überweisung erfolgt.

Was in Josefstadt häufig auftaucht

  • Bühnenbildentwürfe und Figurinen der Zwischenkriegszeit – Theater in der Josefstadt seit Reinhardt
  • Aquarelle und Zeichnungen in gewachsenen Grafiksammlungen – Altbauwohnungen mit langer Wohndauer
  • Bildnisse der Neuen Sachlichkeit – Ploberger und Zeitgenossen; Provenienzprüfung bei Erwerb 1938–1945

Mit Bezug zu Josefstadt

Künstler, Werkstätten und Stile dieser Sparte, die im 8. Bezirk gelebt, gearbeitet oder gebaut haben.

Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 8. Bezirk.

Künstler

161

Manufakturen & Marken

1

Epochen & Stile

26

Materialien, Techniken & Punzen

15

Fragen zu Klassische Moderne

Kaufen Sie auch Werke, die im Exil entstanden sind?

Ja. Arbeiten von Josef Floch, Gerhart Frankl, Marie-Louise von Motesiczky oder Georg Ehrlich, die nach 1938 in London, Paris oder New York entstanden, gehören zur österreichischen Moderne. Ausschlaggebend sind Qualität und Zustand, nicht der Entstehungsort.

Wie wichtig ist die Rückseite eines Gemäldes?

Sehr wichtig. Galerieetiketten, Ausstellungsnummern, Rahmenmacherstempel und Beschriftungen erzählen die Geschichte eines Werks und sind für die Provenienzprüfung unverzichtbar. Entfernen Sie nichts und fotografieren Sie alles.

Ist eine Lithografie von Kokoschka auch Klassische Moderne?

Ja, Druckgrafik gehört zum Werk, wird aber anders bewertet als Unikate. Bleistiftsignatur, Auflagenhöhe und Druckqualität bestimmen den Wert; Einzelheiten stehen auf der Seite zur Grafik.

Ich habe eine Zeichnung, die Schiele zugeschrieben wird – wie gehen Sie vor?

Zuerst werden Fotos von Vorder- und Rückseite, Signatur und Papier geprüft. Erscheint eine Zuschreibung möglich, wird das Blatt mit dem Werkverzeichnis des Kallir Research Institute verglichen, das für Schiele maßgeblich ist. Ohne dessen Bestätigung ist ein Verkauf im internationalen Markt kaum möglich.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.