Künstler: Neue Sachlichkeit
Franz Lerch
Maler, 1895–1977, Wien – New York
Wiener Maler der Neuen Sachlichkeit; Hagenbund-Mitglied 1927–1938, Emigration nach New York 1938.
Franz Lerch arbeitete nach der Schule zunächst in der Verwaltung einer Baufirma und studierte dann 1918–1926 an der Wiener Akademie bei Alois Delug, Josef Jungwirth und Karl Sterrer. 1927 trat er dem Hagenbund bei und blieb Mitglied bis zur Auflösung 1938; er gehörte auch der Secession an. 1933 heiratete er Stephanie Krausz, Tochter des Gelehrten Samuel Krauss. Wegen der jüdischen Herkunft seiner Frau emigrierte das Paar 1938 nach New York. Lerch wurde 1944 amerikanischer Staatsbürger und starb 1977 in New York.
Lerch gilt als einer der wichtigen Maler der österreichischen Neuen Sachlichkeit. Seine Bilder stehen zwischen Expressionismus und Sachlichkeit und verbinden strenge Formen mit lyrischer Stimmung: Akte, Badende, Bildnisse, Atelierbilder und Stillleben in klarer Kontur und gedämpfter Farbe. Das Belvedere besitzt sein Bild „Atelierfenster“. In New York malte er weiter, mit helleren Farben und Motiven aus der amerikanischen Umgebung. Seine Bilder wurden in der Secession und im Hagenbund gezeigt.
Lerchs Gemälde der Wiener Zeit sind selten; Zeichnungen in Bleistift, etwa Strandszenen, kommen häufiger vor und tragen oft handschriftliche Vermerke. Amerikanische Arbeiten stammen aus Besitz in den USA. Signatur und Malweise sind mit gesicherten Werken abzugleichen. Bei Bildern, die 1938 in Wien blieben, ist die Provenienz zu klären. Ausstellungsetiketten des Hagenbunds belegen die Wiener Zeit.
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