Material: Keramik & Porzellan
Lüsterglasur
Metallisch schimmernde Glasur aus Silber- oder Kupferverbindungen, von der islamischen Keramik über Valencia und Gubbio bis zu Zsolnay.
Lüsterglasuren entstehen, wenn Silber- oder Kupferverbindungen auf eine bereits gebrannte Glasur aufgetragen und in einem reduzierenden Brand zu feinsten Metallteilchen umgewandelt werden. Die Technik entstand im 9. Jahrhundert in Mesopotamien, gelangte über Ägypten nach Spanien und blühte im 15. Jahrhundert in Valencia und Manises. Im 16. Jahrhundert war Gubbio mit Maestro Giorgio Andreoli berühmt. Im 19. Jahrhundert belebten William De Morgan und Zsolnay die Lüsterkeramik neu.
Lüster schimmert je nach Blickwinkel golden, kupferrot oder perlmuttartig. Die Schicht ist hauchdünn und kann an Rändern abgerieben sein. Unter der Lupe zeigt sich eine gleichmäßige Metallschicht ohne Pinselstruktur im Glanz. Aufgemalte Gold- oder Bronzefarbe wirkt dagegen deckend und verändert sich nicht mit dem Lichtwinkel. Bei Perlmuttlüster auf Porzellan wirkt die Oberfläche regenbogenartig und leicht ölig. Kupferlüster wirkt rötlich, Silberlüster eher goldgelb, beide verändern sich mit dem Blickwinkel.
Spanisch-maurische Lüsterware und italienische Renaissance-Lüster sind museal. Arbeiten von De Morgan und Zsolnay finden Sammler. Lüsterdekore auf Gebrauchsporzellan des 20. Jahrhunderts haben geringen Wert. Abgeriebene Lüsterschichten lassen sich nicht unauffällig ergänzen. Bei Zsolnay entscheidet die Qualität des Eosins, bei De Morgan das Motiv und die Form von Fliese oder Gefäß. Kleine Abplatzungen an Fliesen sind bei Lüsterware häufig.
So prüfen Sie es
- metallischer Schimmer je nach Blickwinkel
- hauchdünne Schicht
- golden, kupferrot oder perlmuttartig
- Abrieb an Rändern
- keine deckende Farbe
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