Manufaktur: Keramik
Majolika Schütz Cilli
Cilli (Celje), Untersteiermark, zweite Hälfte 19. Jahrhundert
Majolikafabrik der Familie Schütz in Cilli; Prunkgefäße, Jardinieren und Zierteller im Stil der Neorenaissance mit eingeprägter Marke.
In Cilli in der damaligen Untersteiermark, dem heutigen Celje in Slowenien, betrieb die Familie Schütz in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Fabrik für Majolika. Sie gehörte zu den bekannteren Herstellern dekorativer Keramik in der österreichischen Reichshälfte und verkaufte über Händler in den Städten der Monarchie. Der Geschmack des Historismus, der Prunkgefäße für Salons und Speisezimmer verlangte, bestimmte das Programm. Zur Firmengeschichte ist nur wenig veröffentlicht.
Typisch sind große Ziergefäße, Prunkvasen und Jardinieren mit plastischem Dekor, Henkeln in Form von Tieren oder Figuren und farbigen Glasuren in Grün, Braun, Blau und Gelb, oft im Stil der Neorenaissance mit Grotesken und Masken. Dazu kommen Zierteller, Krüge, Tafelaufsätze, Blumenständer und Dosen. Majolika bezeichnet hier eine bemalte oder farbig glasierte Irdenware, nicht die italienische Fayence der Renaissance, nach der sie benannt ist.
Die Stücke tragen meist eine eingeprägte Marke „Schütz Cilli“, häufig mit Modellnummern. Ungemarkte Majolika des Historismus ist zahlreich und stammt aus vielen Fabriken in Böhmen, Mähren und Deutschland. Große Gefäße zeigen oft Glasurabplatzer, Risse und ergänzte Henkel oder Figuren. Weil Irdenware weich ist, lassen sich Reparaturen mit Spachtelmasse und Farbe ausführen, die unter UV-Licht und beim Abklopfen auffallen. Originale Glasuren wirken dicht und glänzend.
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