Antiquitäten WienAnkauf von Kunst und Nachlässen
Antiquitäten Wien

Epoche

Arts and Crafts

Kunstbewegung, um 1860–1910

Englische Reformbewegung um William Morris, die Handwerk gegen Industrieware stellte – direktes Vorbild der Wiener Werkstätte.

John Ruskin kritisierte um 1850 die seelenlose Fabrikware und forderte eine Rückkehr zur handwerklichen Arbeit nach mittelalterlichem Vorbild. William Morris gründete 1861 eine Firma für Möbel, Stoffe, Tapeten und Glasfenster, später Morris & Co. Charles Robert Ashbee rief 1888 in London die Guild of Handicraft ins Leben, eine Werkstattgemeinschaft, die Josef Hoffmann und Koloman Moser bei der Gründung der Wiener Werkstätte 1903 als Modell diente. Die Ausstellung der Arts and Crafts Exhibition Society ab 1888 gab der Bewegung den Namen.

Möbel zeigen sichtbare Konstruktion, Zapfen und Keile, massive Eiche, einfache Formen und handgeschmiedete Beschläge. Metallarbeiten aus Kupfer, Messing und Zinn tragen gehämmerte Oberflächen und Emaileinlagen. Stoffe und Tapeten nutzen stilisierte Pflanzen und Vögel im Rapport, gedruckt mit Holzmodeln. Silber von Ashbee und von Archibald Knox für Liberty & Co. verbindet keltische Knotenmuster mit glatten Flächen. Buchkunst der Kelmscott Press druckte Morris ab 1891 mit eigenen Schriften und Holzschnittinitialen. Keramik von William De Morgan greift persische Lüsterglasuren auf.

Die achte Ausstellung der Wiener Secession 1900 zeigte Arbeiten von Ashbees Guild of Handicraft und von Charles Rennie Mackintosh aus Glasgow; sie wirkte unmittelbar auf Hoffmann und Moser. Im Wiener Handel erscheinen englisches Zinn und Silber für Liberty, Kupferarbeiten, Kelmscott-Drucke und Morris-Stoffe; sie werden oft gemeinsam mit Objekten der Wiener Werkstätte gesammelt. Die englische Zeitschrift „The Studio“, ab 1893 erschienen, verbreitete die Entwürfe auch in Wien.

Liberty-Zinn trägt Stempel „Tudric“ und Modellnummern, Silber „Cymric“ mit Londoner oder Birminghamer Feingehaltsmarken. Spätere Nachgüsse haben weichere Konturen und fehlende Stempel. Morris-Stoffe werden bis heute nachgedruckt; Holzmodeldruck erkennt man an leichten Passerverschiebungen, moderne Siebdrucke an gleichmäßiger Deckung. Kelmscott-Drucke sind auf handgeschöpftem Papier mit Wasserzeichen gedruckt. Ashbee-Silber trägt Londoner Feingehaltsmarken und das Kürzel G of H Ltd.

Woran man es erkennt

  • sichtbare Holzverbindungen
  • massive Eiche
  • gehämmerte Kupfer- und Zinnflächen
  • Emaileinlagen in Metall
  • stilisierte Pflanzen im Rapport
  • keltische Knotenmuster bei Liberty
  • Holzmodeldruck auf Stoff
  • Buchkunst der Kelmscott Press

Künstler

Manufakturen & Werkstätten

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