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Keramik, Majolika & Fayence im 6. Bezirk, 1060 Wien

Majolika und Fliesen aus Mariahilf: Keramik rund um das Majolikahaus

Für das Haus Linke Wienzeile 40 lieferte Wienerberger 1898/99 Majolikafliesen nach Alois Ludwig. In Mariahilfer Altbauten tauchen Fliesen, Vasen und Kacheln derselben Zeit auf.

Hohe Straßenwohnungen an der Wienzeile und an der Gumpendorfer Straße, niedrige Biedermeierhäuser am Magdalenengrund und umgebaute Werkstatthöfe in Gumpendorf bilden den Bestand. In den Hoftrakten saßen im 18. und 19. Jahrhundert Seidenweber, Färber und Tischler, später Ateliers. Aus solchen Häusern kommen Jugendstilfliesen von Umbauten, Ofenkacheln, Majolikavasen und Krüge, aus Atelierhaushalten auch Studiokeramik der Nachkriegszeit. Großbürgerliche Wohnungen bringen Prunkkeramik des Historismus, die neben Lustern und Spiegeln stand.

Otto Wagner ließ 1898/99 die Fassade des Hauses Linke Wienzeile 40 mit wetterfesten Majolikafliesen verkleiden; die Blütenranken entwarf Alois Ludwig, gefertigt wurden die Platten von der Wienerberger Ziegelfabrik. Daneben trägt das Medaillonhaus Nr. 38 die goldenen Medaillons Koloman Mosers. Die Wienzeile ist damit ein Lehrstück floraler Baukeramik. Bei Einzelfliesen aus Mariahilfer Häusern prüfen wir, ob sie gepresst oder von Hand bemalt sind und ob die Rückseite einen Herstellerstempel trägt.

Rund um den Naschmarkt sind Halteplätze knapp, wir kommen daher bevorzugt außerhalb der Marktzeiten. Fliesen und Kacheln, die bei einem Umbau abgenommen wurden, legen Sie bitte nebeneinander auf und fotografieren sie mit einem Maßstab. Bei Vasen und Krügen genügt ein Foto des Bodens. Die Besichtigung ist kostenlos, auch in Hofwohnungen ohne Lift. Sie erhalten den Kaufpreis bar oder per Überweisung.

Was in Mariahilf häufig auftaucht

  • Jugendstilfliesen und Wandplatten aus Umbauten – Bezug zur Wiener Baukeramik an der Wienzeile
  • Ofenkacheln und Majolikavasen – Biedermeierhäuser am Magdalenengrund und in Gumpendorf
  • Studiokeramik der Nachkriegszeit – Atelierhaushalte in umgebauten Gewerbehöfen

Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 6. Bezirk.

Künstler

35

Manufakturen & Marken

30

Epochen & Stile

31

Materialien, Techniken & Punzen

14

Fragen zu Keramik, Majolika & Fayence

Kaufen Sie ganze Kachelöfen?

Ja, bei interessanten Öfen aus Historismus, Biedermeier oder Jugendstil und bei einzelnen alten Kacheln. Der Abbau verlangt Erfahrung, da die Kacheln einzeln gelöst und nummeriert werden müssen. Fest eingebaute Öfen in denkmalgeschützten Häusern brauchen eine Bewilligung.

Was sind Mettlacher Krüge?

Bierkrüge der Firma Villeroy & Boch aus Mettlach im Saarland, meist mit Zinndeckel und Reliefdekor oder farbig eingelegtem Dekor. Am Boden tragen sie den eingeprägten Turm der Alten Abtei, Modellnummern und oft eine zweistellige Jahreszahl.

Was ist der Unterschied zwischen Majolika und Fayence?

Beide sind Irdenware mit deckender, weißer Zinnglasur und Bemalung. Der Name Fayence leitet sich von der italienischen Stadt Faenza ab, Majolika von der Insel Mallorca, über die spanische Ware nach Italien kam. Im 19. Jahrhundert bezeichnete man auch farbig glasierte Reliefkeramik des Historismus als Majolika.

Wie erkenne ich eine Figur von Goldscheider?

Goldscheider-Figuren tragen meist eine eingeprägte oder gestempelte Firmenmarke, frühe Stücke oft „Reproduction réservée“, spätere „Goldscheider Wien“ und „Made in Austria“. Dazu kommen eingeprägte Modellnummern und Künstlersignaturen wie Dakon oder Lorenzl. Spätere Ausformungen aus den USA und England tragen eigene Marken.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.