Manufaktur: Keramik
De Porceleyne Fles
Delft (Niederlande), seit 1653
Delfter Manufaktur mit Ursprung 1653, einzige erhaltene der Blütezeit; handbemaltes Delfter Blau mit Krugmarke und Jahresbuchstaben.
De Porceleyne Fles, die porzellanene Flasche, wurde 1653 gegründet und ist die einzige der rund dreißig Delfter Fayencemanufakturen des 17. Jahrhunderts, die bis heute besteht. Nach dem Niedergang der Delfter Fayence im 18. Jahrhundert brachte Joost Thooft den Betrieb ab 1876 wieder in Schwung und führte eine neue, weiße Steingutmasse ein. 1919 erhielt die Manufaktur den Titel Koninklijke, also königlich, und wird seither international als Royal Delft vermarktet.
Typisch ist die Malerei in Kobaltblau auf weißem Grund, das Delfter Blau, mit Landschaften, Windmühlen, Schiffen, Blumen und Ornamenten nach Vorbildern des 17. Jahrhunderts. Hergestellt werden Teller, Vasen, Tulpenvasen, Fliesen, Wandteller und Figuren. Daneben gab es polychrome Ware und um 1900 Jugendstilkeramik mit Lüsterglasuren. Jährliche Gedenkteller und Weihnachtsteller dienen Sammlern; Fliesenbilder entstanden für Häuser und Schiffe. Viele Motive gehen auf Vorlagen des 17. Jahrhunderts zurück.
Die Marke zeigt eine Flasche oder Kanne mit dem Monogramm von Joost Thooft und dem Schriftzug „Delft“, darunter einen Jahresbuchstaben, der seit 1879 das Herstellungsjahr verschlüsselt, dazu Malerzeichen. Delfter Blau wird weltweit nachgeahmt, oft mit Umdruck statt Malerei und mit dem bloßen Wort „Delft“ als Herkunftsangabe. Handmalerei zeigt Pinselstrich und Farbabstufungen, Umdruck gleichförmige Linien und ein Punktraster. Auch Malerzeichen fehlen bei Nachahmungen.
Entwerfer & Personen
- Joost Thooft
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Ebenfalls: Keramik
- Amphoraseit 1892
- Arabia Helsinkiseit 1873
- Artěl1908–1935
- Bernhard Blochab 1871 bis ins 20. Jahrhundert
- Fayencemanufaktur Holitsch1743–1827
- Friedrich Goldscheider1885 bis in die 1950er-Jahre
- Gmundner KeramikHafnertradition seit dem Spätmittelalter, Manufaktur im 20. Jahrhundert
- Gustavsbergseit 1825
- Habaner Fayence16. bis 18. Jahrhundert
- Johann Mareschab 1841 bis ins 20. Jahrhundert
- Karlsruher Majolikaseit 1901
- Wiener Keramik1906–1913
- KeramosZwischenkriegszeit bis Mitte 20. Jahrhundert
- Wiener Kunstkeramische Werkstätteum 1905 bis um 1915
- Majolika Schütz Cillizweite Hälfte 19. Jahrhundert
- Royal Doultonseit 1815
- Rozenburg1883–1917
- Schleiss Gmundenfrühes 20. Jahrhundert bis Mitte 20. Jahrhundert
- Vereinigte Wiener und Gmundner Keramik1913 bis in die 1920er-Jahre
- Wächtersbachseit 1832
- Westerwälder Steinzeug16. Jahrhundert bis Gegenwart
- Wienerbergerseit 1819
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