Manufaktur: Keramik
Gmundner Keramik
Gmunden (Oberösterreich), Hafnertradition seit dem Spätmittelalter, Manufaktur im 20. Jahrhundert
Keramik aus Gmunden am Traunsee mit jahrhundertealter Hafnertradition; bekannt für das grüngeflammte Dekor und handbemaltes Geschirr.
In Gmunden am Traunsee arbeiteten Hafner bereits im Spätmittelalter; der Ort lag am Salzhandelsweg und hatte Zugang zu Ton und Holz. Im 17. und 18. Jahrhundert entstanden Fayencen mit Blumen- und Tiermotiven, die als Gmundner Fayence bekannt wurden. Im 20. Jahrhundert ging aus den Werkstätten der Familie Schleiss und der Verbindung mit der Wiener Keramik eine Manufaktur hervor, die nach mehreren Besitzerwechseln bis heute unter dem Namen Gmundner Keramik produziert. Das Geschirr gehört zu den bekanntesten österreichischen Keramikmarken.
Das bekannteste Dekor ist das grüngeflammte, bei dem grüne Glasur in Bögen über den weißen Grund gezogen wird; es wird in Gmunden seit Generationen von Hand aufgetragen. Daneben gibt es Streublumen, Hirsch- und Jagdmotive, Edelweiß, Trachtenszenen und ländliche Dekore in Blau, Gelb und Grün. Produziert werden Teller, Krüge, Häferl, Schüsseln, Vasen und Kerzenleuchter. In der Zwischenkriegszeit kamen Figuren und Ziergefäße aus der Zusammenarbeit mit Wiener Künstlern hinzu.
Stücke des 20. Jahrhunderts tragen eine Marke mit dem Schriftzug „Gmundner Keramik“ oder dem Monogramm „GK“, oft mit „Handgemalt“, dazu Malerzeichen und Formnummern. Ältere Gmundner Fayencen und Hafnerware sind meist ungemarkt und werden über Form, Dekor und Glasur bestimmt. Grüngeflammtes Geschirr wurde und wird in großen Mengen gefertigt; Alter, Vollständigkeit und Zustand entscheiden über das Interesse. Abgeschlagene Ränder und Haarrisse sind häufig.
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Ebenfalls: Keramik
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- Fayencemanufaktur Holitsch1743–1827
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