Manufaktur: Keramik
Wienerberger
Wien, Wienerberg, seit 1819
Wiener Ziegelhersteller mit Ursprung am Wienerberg, seit 1819; Ziegel mit „HD“-Stempel, Terrakotta und Majolikafliesen für Otto Wagner.
Alois Miesbach erwarb 1819 eine Ziegelei am Wienerberg im Süden Wiens und baute sie zum größten Ziegelwerk der Monarchie aus. Sein Neffe Heinrich Drasche führte das Unternehmen ab 1857 und verwandelte es 1869 in die Wienerberger Ziegelfabriks- und Baugesellschaft. Die Ziegel aus Favoriten und Inzersdorf lieferten das Baumaterial für die Gründerzeitstadt und die Ringstraße. In den Werken arbeiteten Tausende Zuwanderer aus Böhmen und Mähren, die sogenannten Ziegelböhmen. Das Unternehmen ist heute ein internationaler Baustoffkonzern.
Neben Mauerziegeln erzeugte Wienerberger Terrakotta-Bauschmuck, Dachziegel und Majolikafliesen. Für Otto Wagners Majolikahaus an der Linken Wienzeile 40, errichtet 1898/99, lieferte die Firma die bemalten Fliesen mit dem Blumendekor der Fassade. Weitere Bauten tragen Terrakotta und Majolika aus Wienerberger Produktion, etwa Ernst Lichtblaus Villa Filek in Hietzing von 1913. 1920 gründete das Unternehmen eine Werkstättenschule für Keramik. Für Sammler sind vor allem Ziegelstempel, Fliesen aus Abbruchhäusern und Werbematerial des Unternehmens von Interesse.
Ziegel des 19. Jahrhunderts tragen eingeprägte Stempel, am häufigsten die Initialen „HD“ für Heinrich Drasche, oft mit Wappen oder Adler; frühere Ziegel nennen Miesbach. Andere Wiener Ziegeleien verwendeten eigene Kürzel, sodass Ziegelstempel ein eigenes Sammelgebiet mit Verzeichnissen bilden. Fliesen und Terrakotten sind selten gemarkt und werden über Bauakten und Vergleichsstücke zugeordnet. Beim Ausbau aus Abbruchhäusern sind Genehmigungen und Denkmalschutz zu beachten.
Entwerfer & Personen
- Alois Miesbach
- Heinrich Drasche
- Otto Wagner
- Ernst Lichtblau
- Ida Schwetz-Lehmann
- Kitty Rix
Wienerberger verkaufen: in allen 23 Bezirken
Gold markiert sind Bezirke mit belegtem Bezug.
Ebenfalls: Keramik
- Amphoraseit 1892
- Arabia Helsinkiseit 1873
- Artěl1908–1935
- Bernhard Blochab 1871 bis ins 20. Jahrhundert
- De Porceleyne Flesseit 1653
- Fayencemanufaktur Holitsch1743–1827
- Friedrich Goldscheider1885 bis in die 1950er-Jahre
- Gmundner KeramikHafnertradition seit dem Spätmittelalter, Manufaktur im 20. Jahrhundert
- Gustavsbergseit 1825
- Habaner Fayence16. bis 18. Jahrhundert
- Johann Mareschab 1841 bis ins 20. Jahrhundert
- Karlsruher Majolikaseit 1901
- Wiener Keramik1906–1913
- KeramosZwischenkriegszeit bis Mitte 20. Jahrhundert
- Wiener Kunstkeramische Werkstätteum 1905 bis um 1915
- Majolika Schütz Cillizweite Hälfte 19. Jahrhundert
- Royal Doultonseit 1815
- Rozenburg1883–1917
- Schleiss Gmundenfrühes 20. Jahrhundert bis Mitte 20. Jahrhundert
- Vereinigte Wiener und Gmundner Keramik1913 bis in die 1920er-Jahre
- Wächtersbachseit 1832
- Westerwälder Steinzeug16. Jahrhundert bis Gegenwart
Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.
Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.
Lieber schriftlich? Zum Anfrageformular