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Material: Keramik & Porzellan

Irdenware

Niedrig gebrannte, poröse Keramik mit Bleiglasur, die Grundlage der Hafnerware und vieler Volkskeramiken.

Irdenware wird bei etwa 900 bis 1000 Grad gebrannt und bleibt porös. Ohne Glasur nimmt sie Wasser auf, deshalb erhält Gebrauchsgeschirr meist eine Bleiglasur. Hafner fertigten seit dem Mittelalter Töpfe, Schüsseln, Krüge, Kacheln für Kachelöfen und Figuren. In Österreich zeigen Schüsseln und Teller aus bäuerlichen Werkstätten oft Malhorndekore mit Engobe in Weiß, Grün und Braun, Sprüche und Jahreszahlen. Auch Fayence und Majolika gehören technisch zur Irdenware.

Irdenware ist leichter und weicher als Steinzeug, klingt dumpf und zeigt an Abplatzungen einen roten, braunen oder gelblichen Scherben. Bleiglasuren sind glänzend und leicht gelblich. Malhorndekore liegen erhaben auf. Gebrauchsspuren wie abgeriebene Ränder und Verfärbungen sind typisch. Ein Wassertropfen auf einer unglasierten Stelle wird rasch aufgesogen, was den Scherben eindeutig von Steinzeug unterscheidet. Kacheln für Kachelöfen tragen auf der Rückseite einen hohlen Rumpf, mit dem sie im Ofen verankert waren.

Datierte Volkskeramik mit Inschriften und Ofenkacheln aus Renaissance und Barock sind gesucht. Einfaches Gebrauchsgeschirr hat geringen Wert. Bleiglasiertes Altgeschirr eignet sich nicht für Lebensmittel. Nachahmungen ländlicher Keramik für den Tourismus zeigen grellere Farben und gleichmäßige Formen. Bei Ofenkacheln zählen Motiv, Glasur und Vollständigkeit des Satzes.

So prüfen Sie es

  • poröser, farbiger Scherben
  • glänzende, gelbliche Bleiglasur
  • Malhorndekor in Engobe
  • dumpfer Klang
  • Datierungen und Sprüche

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.