Künstler: Kunstgewerbeschule & Keramik
Hans Coper
Keramiker, 1920–1981, Chemnitz – Frome
Emigrant aus Chemnitz, ab 1946 im Londoner Atelier Lucie Ries; skulpturale Steinzeuggefäße in Spaten-, Knospen- und Pfeilform.
Hans Coper floh 1939 vor der nationalsozialistischen Verfolgung nach Großbritannien, wurde dort als feindlicher Ausländer interniert und zwei Jahre in Kanada festgehalten. 1942 kehrte er zurück und diente im Non-Combatant Corps. 1946 kam er ohne keramische Ausbildung als Assistent in das Atelier der Wiener Emigrantin Lucie Rie. 1958 wurde er britischer Staatsbürger. In den 1960er Jahren unterrichtete er an der Camberwell School of Art und am Royal College of Art. Er starb 1981 in Frome.
Mit Rie fertigte er Tee- und Kaffeeservice, Tassen und Untertassen aus Steinzeug. Danach entwickelte er eigene Gefäßformen, die er aus mehreren gedrehten Teilen zusammensetzte und mit matten, geschichteten Engoben in Weiß, Braun und Schwarz überzog; die Formen werden nach Spaten, Knospe, Becher, Ei, Blume und Pfeil benannt. Für die neue Kathedrale von Coventry schuf er Arbeiten in den frühen 1960er Jahren.
Coper-Gefäße tragen ein eingedrücktes Siegel „HC“; frühe Stücke aus dem Rie-Atelier zeigen dazu das Siegel „LR“. Die Bodenzonen sind oft schmal und aus einem eigenen Teil gesetzt, was Nachahmungen selten genau treffen. Abriebspuren auf matten Engoben, Brandrisse und Klebestellen sind sorgfältig zu prüfen; restaurierte Stücke sind häufig. Das Victoria and Albert Museum besitzt Vergleichsstücke.
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