Epoche
Heimatstil
Stilrichtung, um 1905–1960
Regional gebundene Bau- und Wohnform mit Holz, Schmiedeeisen und Trachtenstoffen – von der Heimatschutzbewegung bis zu den Trachtenmöbeln der 1950er-Jahre.
Die Heimatschutzbewegung entstand um 1900 in Deutschland, Österreich und der Schweiz gegen die Industrialisierung und den Historismus und für regionale Bauweisen. Nach 1918 gewann der Heimatstil in Österreich als Gegenbild zur Großstadtmoderne an Gewicht, im Ständestaat und in der NS-Zeit wurde er politisch vereinnahmt. In den 1950er-Jahren erlebte er im Fremdenverkehr und in der Wohnkultur eine neue Blüte, oft in Mischung mit der Nachkriegsmoderne.
Möbel aus Zirbe, Fichte oder Lärche, teils bemalt oder geschnitzt, mit Herzausschnitten, Kerbschnitt und schmiedeeisernen Beschlägen. Eckbänke, Bauernkästen nach historischen Vorbildern, Stubenuhren und Zinngeschirr bilden die Ausstattung. Textilien: Loden, Leinen, Blaudruck und Trachtenstoffe; Trachtenmode von Herstellern wie Lanz in Salzburg. Keramik aus Gmunden mit grünem Rand und geflammtem Dekor. Häuser zeigen Satteldächer, Holzbalkone und Sprossenfenster. Ornamente: Edelweiß, Enzian, Hirsch, Herz. Stuben werden mit Lodenvorhängen und karierten Stoffen ausgestattet, Lampen erhalten Pergamentschirme mit Scherenschnitt.
Wien besitzt kaum Bauten dieses Stils; Heimatstilmöbel und -objekte stammen meist aus Landhäusern, Ferienwohnungen und Gasthöfen und gelangen über Verlassenschaften in den Handel. Gefragt sind Zirbenmöbel, Gmundner Keramik, Trachtenschmuck, Lodenmode, Stubenuhren und Schmiedeeisen. Objekte mit nationalsozialistischer Symbolik kaufen wir nicht. Clemens Holzmeister verband in Salzburg und Tirol regionale Bauformen mit moderner Konstruktion, etwa am Salzburger Festspielhaus. Hotels und Gasthöfe im Alpenraum gaben in den 1950er-Jahren ganze Einrichtungen in Auftrag, die heute aufgelöst werden.
Heimatstilmöbel sind Nachschöpfungen bäuerlicher Formen und von echten Bauernmöbeln des 18. und 19. Jahrhunderts zu unterscheiden: Maschinenzinken, Sperrholzrückwände, Spanplatten und industrielle Beschläge zeigen das 20. Jahrhundert. Bemalung ist oft schabloniert statt frei gemalt. Gmundner Keramik trägt Bodenmarken, die eine Datierung erlauben. Trachtenmode trägt eingenähte Etiketten der Hersteller, die eine Datierung erlauben.
Woran man es erkennt
- Zirbe, Fichte und Lärche
- Kerbschnitt und Herzausschnitte
- schmiedeeiserne Beschläge
- Eckbänke und Bauernkästen nach Vorbild
- Loden, Blaudruck und Trachtenstoffe
- Gmundner Keramik mit grünem Rand
- Edelweiß, Enzian und Hirsch als Motiv
- schablonierte Bemalung
Künstler
Manufakturen & Werkstätten
- Gmundner Keramik
- Lanz
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Sparten
- Volkskunst & Krippen21 Objektgruppen
- Antike Möbel26 Objektgruppen
- Keramik, Majolika & Fayence25 Objektgruppen
- Vintage-Mode, Handtaschen & Accessoires21 Objektgruppen
- Textilien, Stickerei & Spitze24 Objektgruppen
- Zinn, Kupfer, Messing & Eisenkunst23 Objektgruppen
- Altwaren & Hausrat mit Sammlerwert27 Objektgruppen
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