Künstler: Kunstgewerbeschule & Keramik
Walter Bosse
Keramiker, Metallgestalter, 1904–1979, Wien – Iserlohn
Wiener Entwerfer von Keramikgrotesken und Tierfiguren; Atelier in Kufstein in den 1930er Jahren, ab Ende der 1940er Jahre Tierminiaturen aus Messing.
Walter Bosse besuchte nach dem Ersten Weltkrieg die Wiener Kunstgewerbeschule und danach die Kunstgewerbeschule in München. In den 1930er Jahren betrieb er in Kufstein ein Atelier mit eigener Keramikproduktion, die 1938 endete. 1953 übersiedelte er nach Iserlohn, wo er 1979 starb. Er arbeitete über Jahrzehnte für zahlreiche Manufakturen in Österreich und Deutschland; sein Werk umfasst Keramik, Porzellan, Majolika und Messing.
Um 1924 lieferte Bosse Entwürfe an die Porzellanmanufaktur Augarten, etwa 1926–1930 über 200 Grotesken an Metzler & Ortloff in Ilmenau, 1928 bis etwa 1932 Modelle an Friedrich Goldscheider, 1940–1961 rund 26 Entwürfe an Goebel und 1950–1972 Arbeiten an die Majolika-Manufaktur Karlsruhe. Ab Ende der 1940er Jahre entstanden kleine Tierfiguren aus Messing, darunter der Igel als Aschenbecher, die in der Tradition der Wiener Bronzen stehen.
Keramik und Porzellan nach Bosse tragen die Marken der ausführenden Firmen, zum Beispiel von Goldscheider, Goebel oder Karlsruhe; Modellnummern helfen bei der Bestimmung. Kufsteiner Keramik ist selten und oft nur gestempelt oder handschriftlich bezeichnet. Die Messingtiere wurden in Serie hergestellt und vielfach nachgeahmt; Gussqualität, Gewicht und Verarbeitung der Unterseite trennen Originale von Kopien.
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