Manufaktur: Porzellan
Ginori
Doccia bei Florenz, seit 1737
Florentiner Manufaktur, 1737 von Marchese Carlo Ginori in Doccia gegründet; seit 1896 Richard-Ginori, Art-déco-Entwürfe von Gio Ponti.
Marchese Carlo Ginori gründete 1737 auf seinem Landsitz in Doccia bei Florenz eine Porzellanmanufaktur, für die er Fachleute aus Wien anwarb. Über fast 160 Jahre blieb sie im Besitz der Familie. 1896 vereinigte sie sich mit der Mailänder Firma von Augusto Richard zur Società Richard-Ginori. Seit 2013 gehört die Manufaktur zum Modehaus Gucci und produziert weiterhin in Sesto Fiorentino. Das Museo Richard-Ginori in Sesto Fiorentino bewahrt die Sammlung der Manufaktur.
Im 18. Jahrhundert entstanden Gefäße mit Reliefdekor, Figuren nach Bronzen der Florentiner Renaissance und Geschirr mit dem Dekor Tulipano. Im 19. Jahrhundert fertigte Doccia Reliefporzellan im Stil von Capodimonte. Gio Ponti war von 1923 bis 1930 künstlerischer Leiter und entwarf Vasen, Urnen und Teller mit klassizistischen Figuren, Architekturmotiven und Gold auf weißem oder farbigem Grund. Pontis Arbeiten für Richard-Ginori wurden auf der Pariser Ausstellung 1925 ausgezeichnet.
Frühe Stücke sind meist ungemarkt; ab etwa 1790 erscheint ein Stern aus dem Familienwappen. Im 19. Jahrhundert verwendete Doccia auch das gekrönte N, das ursprünglich die neapolitanische Manufaktur kennzeichnete, auf Reliefporzellan im Capodimonte-Stil. Ab 1896 lauten die Marken „Richard-Ginori“ mit Krone. Ponti-Stücke tragen häufig Entwurfsnummer, Jahr und Signatur. Neapolitanisches Weichporzellan des 18. Jahrhunderts unterscheidet sich in Masse und Glasur deutlich vom Hartporzellan aus Doccia.
Entwerfer & Personen
- Carlo Ginori
- Gio Ponti
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Ebenfalls: Porzellan
- Arzbergseit 1887
- Bing & Grøndahl1853–1987, danach Teil von Royal Copenhagen
- Capodimonte1743–1759, Nachfolge 1771–1806
- Carl Thieme Potschappelseit 1872
- Elbogenseit 1815
- EPIAG1918/1920–1945
- Ernst Wahlissum 1863–1920er-Jahre
- Frankenthal1755–1800
- Fraureuth1866–1926
- Fürstenbergseit 1747
- Goebelseit 1871
- Haas & Czjzek19. Jahrhundert bis 1945, Marke später wieder aufgenommen
- Havilandseit 1842
- Herendseit 1826
- Gebrüder Heubachseit 1840 (Firmenname), bis Mitte 20. Jahrhundert
- Höchst1746–1796, Neugründung 1946
- Hutschenreutherseit 1814
- Josef Böck19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- Klösterleseit 1794
- KPM Berlinseit 1763
- Lilien Porzellan20. Jahrhundert
- Lladróseit 1953
- Ludwigsburg1758–1824, Neugründung 1948
- Meissenseit 1710
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