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Keramik, Majolika & Fayence im 2. Bezirk, 1020 Wien

Keramik aus der Leopoldstadt: Augarten, Weltausstellung, Zinshaus

Im Augartenpalais entwarfen Ida Schwetz-Lehmann und Ena Rottenberg Figuren; im Prater fand 1873 die Weltausstellung statt, Japans erster offizieller Auftritt.

Zinshäuser der Gründerzeit im Karmeliter-, Volkert- und Stuwerviertel beherbergen viele Altmieter, deren Hausrat aus mehreren Generationen stammt. Auf Kredenzen stehen dort etwa Gmundner Krüge, Vasen aus Turn-Teplitz oder Wandteller des Historismus, in Kellerabteilen und auf Dachböden lagern Kisten mit Steingutgeschirr. Ganz anders die Neubauwohnungen am Nordbahnhof und im Viertel Zwei: Dort fällt eher Design des 20. Jahrhunderts an, darunter Keramik der Fünfziger- und Sechzigerjahre, meist aus Haushalten, die erst nach 2010 zugezogen sind.

Im Augartenpalais arbeitet seit 1923 die Porzellanmanufaktur Augarten; Ida Schwetz-Lehmann und Ena Rottenberg entwarfen ab den 1920er-Jahren Figuren für sie. Weil ihre bekanntesten Arbeiten Porzellan sind, lohnt bei Figuren der genaue Blick auf den Scherben: Porzellan ist an Bruchkanten weiß und dicht, Irdenware porös und meist farbig. Die Weltausstellung 1873 im Prater war Japans erster offizieller Auftritt dieser Art und gab dem Japonismus in Wien Auftrieb. Ingeborg Strobl gestaltete 2008 Emailtafeln für einen Wohnbau in der Novaragasse.

In den Altbauten an Taborstraße und Praterstraße steht vieles seit Jahrzehnten am selben Platz, Glasuren sind dann verstaubt, aber oft unbeschädigt. Waschen Sie Keramik vor dem Termin bitte nicht, alte Kittungen lösen sich im Wasser. Schicken Sie Fotos von Vorderseite und Boden; bei der kostenlosen Besichtigung prüfen wir Scherben, Marken und Restaurierungen. Wir zahlen bar oder per Überweisung und schlagen jedes Stück in Papier und Karton ein.

Was in Leopoldstadt häufig auftaucht

  • Gmundner und Wiener Keramik auf Kredenzen und in Kästen – Altmieterhaushalte in Gründerzeithäusern
  • Kunstkeramik im Stil des Japonismus – Nachwirkung der Weltausstellung 1873 im Prater
  • Figuren von Ida Schwetz-Lehmann und Ena Rottenberg – Entwerferinnen der Manufaktur Augarten; Material wird bestimmt

Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 2. Bezirk.

Künstler

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Manufakturen & Marken

30

Epochen & Stile

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Materialien, Techniken & Punzen

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Fragen zu Keramik, Majolika & Fayence

Kaufen Sie ganze Kachelöfen?

Ja, bei interessanten Öfen aus Historismus, Biedermeier oder Jugendstil und bei einzelnen alten Kacheln. Der Abbau verlangt Erfahrung, da die Kacheln einzeln gelöst und nummeriert werden müssen. Fest eingebaute Öfen in denkmalgeschützten Häusern brauchen eine Bewilligung.

Was sind Mettlacher Krüge?

Bierkrüge der Firma Villeroy & Boch aus Mettlach im Saarland, meist mit Zinndeckel und Reliefdekor oder farbig eingelegtem Dekor. Am Boden tragen sie den eingeprägten Turm der Alten Abtei, Modellnummern und oft eine zweistellige Jahreszahl.

Was ist der Unterschied zwischen Majolika und Fayence?

Beide sind Irdenware mit deckender, weißer Zinnglasur und Bemalung. Der Name Fayence leitet sich von der italienischen Stadt Faenza ab, Majolika von der Insel Mallorca, über die spanische Ware nach Italien kam. Im 19. Jahrhundert bezeichnete man auch farbig glasierte Reliefkeramik des Historismus als Majolika.

Wie erkenne ich eine Figur von Goldscheider?

Goldscheider-Figuren tragen meist eine eingeprägte oder gestempelte Firmenmarke, frühe Stücke oft „Reproduction réservée“, spätere „Goldscheider Wien“ und „Made in Austria“. Dazu kommen eingeprägte Modellnummern und Künstlersignaturen wie Dakon oder Lorenzl. Spätere Ausformungen aus den USA und England tragen eigene Marken.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.