Manufaktur: Keramik
Rozenburg
Den Haag (Niederlande), 1883–1917
Haager Manufaktur 1883–1917; Jugendstilkeramik nach Theodorus Colenbrander und hauchdünnes Eierschalenporzellan unter Juriaan Kok.
Wilhelm Wolff von Gudenberg gründete 1883 in Den Haag die Plateelbakkerij Rozenburg, die zunächst Delfter Fayence nachahmte. Unter dem Architekten Theodorus Colenbrander, künstlerischer Leiter von 1884 bis 1889, fand sie zu einem eigenen Stil. Juriaan Kok, Direktor von 1895 bis 1913, entwickelte das sogenannte Eierschalenporzellan, das auf der Pariser Weltausstellung 1900 große Beachtung fand. Wirtschaftliche Schwierigkeiten und der Erste Weltkrieg führten 1917 zur Schließung.
Colenbranders Dekore zeigen abstrakte, wirbelnde Pflanzenformen in kräftigen, ungewöhnlichen Farbkombinationen auf Fayence. Das Eierschalenporzellan, eine extrem dünnwandige Masse, trägt fein gemalte Blumen, Vögel und Insekten im Jugendstil; Samuel Schellink gilt als einer der bedeutendsten Maler dieser Ware. Die Formen Koks sind langgestreckt, eckig oder geschwungen, mit gezogenen Hälsen und Henkeln. Daneben entstanden Fliesen, Wandteller und Gebrauchsgeschirr. Die Malerei erfolgte ausschließlich von Hand.
Die Marke zeigt einen Storch, das Wappentier von Den Haag, unter einer Krone mit dem Schriftzug „Rozenburg den Haag“, dazu Datierungssymbole für das Jahr, Modellnummern und Malerzeichen. Eierschalenporzellan ist zerbrechlich; Haarrisse und Abschläge an den dünnen Rändern sind häufig. Nachahmungen jüngerer Zeit sind dickwandiger und matter bemalt. Fayencen Colenbranders sind seltener als die späteren Porzellane und erzielen bei Sammlern große Aufmerksamkeit.
Entwerfer & Personen
- Wilhelm Wolff von Gudenberg
- Theodorus Colenbrander
- Juriaan Kok
- Samuel Schellink
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- Wienerbergerseit 1819
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