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Material: Keramik & Porzellan

Steinzeug

Dicht gesinterte, wasserundurchlässige Keramik, im Rheinland seit dem Mittelalter mit Salzglasur gefertigt.

Steinzeug wird bei etwa 1200 bis 1300 Grad gebrannt, bis der Scherben dicht sintert und kein Wasser mehr aufnimmt. Im Rheinland entstanden seit dem Mittelalter Krüge, Kannen und Vorratsgefäße, in Siegburg, Raeren, Frechen und im Westerwald. Die Salzglasur entsteht, wenn während des Brandes Salz in den Ofen geworfen wird. Westerwälder Steinzeug zeigt Kobaltblau und Manganviolett auf grauem Grund. Im 19. und 20. Jahrhundert folgten Bierkrüge, Mineralwasserflaschen und Jugendstilkeramik.

Steinzeug ist schwer, hart und klingt hell. An Ausbrüchen zeigt sich ein dichter, grauer, brauner oder hellbeiger Scherben, der kein Wasser aufnimmt. Salzglasur hat eine leicht genarbte Oberfläche, die an Orangenhaut erinnert. Reliefs sind oft in Formen gepresst und aufgelegt. Zinndeckel auf Krügen tragen mitunter Marken der Zinngießer. Spätere Nachbildungen zeigen gleichmäßigere Glasur und schärfere, maschinell wirkende Reliefs. Ein Wassertropfen bleibt auf einer unglasierten Stelle stehen.

Rheinisches Steinzeug des 16. und 17. Jahrhunderts ist gesucht und museal. Bierkrüge des Historismus und Steinzeug des Jugendstils haben eigene Sammler. Massenware des 20. Jahrhunderts, etwa Souvenirkrüge, hat geringen Wert. Abgeschlagene Ränder und fehlende Zinndeckel mindern den Wert. Datierte Krüge mit Wappen oder Inschriften stehen bei Sammlern besonders hoch.

So prüfen Sie es

  • dichter, nicht saugender Scherben
  • genarbte Salzglasur
  • Kobaltblau und Manganviolett auf Grau
  • aufgelegte Reliefs
  • Zinndeckel mit Marken

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.