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Antiquitäten Wien

Epoche

Spätbarock

Epoche, um 1730–1770

Die Kunst der Ära Maria Theresias: aufgehellte Fresken, Bleiguss von Donner, Schönbrunns Umbau durch Pacassi und das staatliche Porzellan.

Mit dem Regierungsantritt Maria Theresias 1740 verlagerte sich das Bauen von großen Neubauten zur Verfeinerung und zum Umbau. Nikolaus Pacassi gestaltete ab 1743 Schönbrunn und Schloss Hetzendorf um. Die Akademie der bildenden Künste gewann unter Jacob Matthias Schmutzer und Martin van Meytens Gewicht. Gleichzeitig übernahm der Staat 1744 die Porzellanmanufaktur, die nun unter dem Bindenschild produzierte. Franz Anton Maulbertsch wurde 1759 Mitglied der Akademie.

Fresken werden heller und duftiger, Paul Troger und Franz Anton Maulbertsch lösen die Figuren in Licht und Farbschleier auf. Georg Raphael Donner führte den Bleiguss als bildhauerisches Material ein, mit ruhigen, klassisch beruhigten Figuren. Möbel: Kommoden mit geschweiften Fronten, Aufsatzsekretäre, Sesselformen mit geschnitztem Muschelwerk, Holzarten Nuss, Kirsche und Zwetschke. Silber und Porzellan nehmen Rocaillen und Blumen auf, die Grenze zum Rokoko ist fließend. Martin Johann Schmidt, der Kremser Schmidt, belieferte von Krems aus Klöster und Pfarren mit Altarbildern.

Maulbertsch malte 1752/53 die Kuppel der Piaristenkirche Maria Treu in der Josefstadt. Donners Providentiabrunnen am Neuen Markt steht heute als Bronzekopie, die Bleioriginale bewahrt das Belvedere. Balthasar Ferdinand Moll schuf den Prunksarkophag Maria Theresias und Franz Stephans in der Kapuzinergruft. Franz Xaver Messerschmidts Charakterköpfe gehören zum Bestand des Belvedere. Im Handel sind Kommoden, Ölskizzen, Kirchenplastik und frühes Bindenschild-Porzellan gesucht. Paul Troger leitete ab 1754 die Akademie.

Ölskizzen von Troger oder Maulbertsch tauchen häufig als Werkstatt- oder Schülerarbeiten auf; Malduktus, Grundierung und Leinwandart grenzen sie ein. Bei Kommoden zeigen die Innenseiten der Schubladen Hobelspuren oder Maschinenschnitt. Bindenschild-Porzellan der frühen Jahre trägt eingepresste Marken, später in Unterglasurblau; nachgeahmte Bindenschilde auf Fremdporzellan sind häufig. Bleigüsse der Zeit haben eine graue, weiche Oberfläche mit Korrosionsflecken.

Woran man es erkennt

  • aufgehellte, duftige Freskenfarbigkeit
  • Bleiguss in der Skulptur
  • geschweifte Kommodenfronten
  • Aufsatzsekretäre in Nuss und Kirsche
  • Muschelwerk als Übergang zur Rocaille
  • Ölskizzen als eigene Gattung
  • frühes Bindenschild-Porzellan
  • Schlossumbauten durch Pacassi

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