Manufaktur: Keramik
Schleiss Gmunden
Gmunden (Oberösterreich), frühes 20. Jahrhundert bis Mitte 20. Jahrhundert
Keramikwerkstatt der Familie Schleiss in Gmunden; Figuren, Gefäße und Geschirr im Stil der Wiener Moderne und der Zwischenkriegszeit.
Die Familie Schleiss betrieb in Gmunden eine Hafnerei, die Franz Schleiss zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu einer künstlerischen Werkstatt ausbaute. Er hatte an der Kunstgewerbeschule in Wien studiert und brachte die Formensprache der Wiener Moderne an den Traunsee. 1913 ging sein Betrieb in der Vereinigten Wiener und Gmundner Keramik auf. Gemeinsam mit seiner Frau, der Keramikerin Emilie Schleiss-Simandl, führte er später erneut eine eigene Werkstatt, die Figuren, Ziergefäße und Geschirr produzierte und Lehrlinge ausbildete.
Aus der Werkstatt stammen Figuren von Frauen, Kindern und Tieren, Madonnen und Krippenfiguren, dazu Vasen, Schalen und Dosen mit farbigen Glasuren in Gelb, Grün, Blau und Schwarz. Viele Entwürfe stammen von Emilie Schleiss-Simandl. Die Formen verbinden die Strenge der Wiener Moderne mit volkstümlichen Motiven und kräftigen Farben. Daneben entstanden Gebrauchsgeschirr und Kacheln. Die Figuren sind meist kleinformatig und für Vitrinen und Kommoden gedacht.
Die Stücke tragen eingeprägte oder gemalte Marken mit dem Namen Schleiss und dem Ort Gmunden, häufig mit Monogrammen und Modellnummern. Gegenüber Stücken der Gmundner Keramik unterscheiden sie sich durch die Werkstattmarke. Da Schleiss, Gmundner Keramik und Wiener Künstler eng verbunden waren, bleiben ungemarkte Stücke schwer zuzuordnen. Bestoßene Glasur an Kanten und Sockeln ist der häufigste Mangel; Reparaturen sind oft übermalt.
Entwerfer & Personen
- Franz Schleiss
- Emilie Schleiss-Simandl
- Kurt Ohnsorg
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Ebenfalls: Keramik
- Amphoraseit 1892
- Arabia Helsinkiseit 1873
- Artěl1908–1935
- Bernhard Blochab 1871 bis ins 20. Jahrhundert
- De Porceleyne Flesseit 1653
- Fayencemanufaktur Holitsch1743–1827
- Friedrich Goldscheider1885 bis in die 1950er-Jahre
- Gmundner KeramikHafnertradition seit dem Spätmittelalter, Manufaktur im 20. Jahrhundert
- Gustavsbergseit 1825
- Habaner Fayence16. bis 18. Jahrhundert
- Johann Mareschab 1841 bis ins 20. Jahrhundert
- Karlsruher Majolikaseit 1901
- Wiener Keramik1906–1913
- KeramosZwischenkriegszeit bis Mitte 20. Jahrhundert
- Wiener Kunstkeramische Werkstätteum 1905 bis um 1915
- Majolika Schütz Cillizweite Hälfte 19. Jahrhundert
- Royal Doultonseit 1815
- Rozenburg1883–1917
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- Wächtersbachseit 1832
- Westerwälder Steinzeug16. Jahrhundert bis Gegenwart
- Wienerbergerseit 1819
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