Manufaktur: Keramik
Johann Maresch
Aussig (Ústí nad Labem), Nordböhmen, ab 1841 bis ins 20. Jahrhundert
Terrakotta- und Majolikafabrik in Aussig an der Elbe, 1841 gegründet; bemalte Figuren, Büsten und Tierplastiken des Historismus.
Johann Maresch gründete 1841 in Aussig an der Elbe eine Fabrik für Tonwaren, die sich auf Terrakotta, Majolika und später Steingut spezialisierte. Im späten 19. Jahrhundert gehörte sie zu den bekanntesten Herstellern figürlicher Terrakotta in Böhmen und lieferte über Händler in die ganze Monarchie und ins Ausland. Die Lage an der Elbe erleichterte den Transport nach Dresden und Hamburg. Die Fabrik bestand unter den Nachfolgern bis ins 20. Jahrhundert.
Bekannt sind bemalte Terrakottafiguren von Orientalen, Mohren, Jägern, Bauern und Kindern, Büsten, Tierplastiken wie Hunde, Katzen und Vögel sowie Garten- und Brunnenfiguren. Viele Stücke sind lebensnah bemalt und mit Kaltfarben gefasst. Daneben entstanden Majolikagefäße, Jardinieren und Zierteller. Die Figuren dienten als Dekoration in Bürgerwohnungen, Kaffeehäusern und Geschäften und sind heute ein Sammelgebiet des Historismus. Größere Figuren wurden aus mehreren Teilen geformt und vor dem Brand zusammengesetzt; Nähte sind innen oft sichtbar.
Die Stücke tragen meist eine eingeprägte Marke mit „JM“ oder dem Namen Maresch, oft mit Ort und Modellnummer. Kaltbemalung ist empfindlich und häufig berieben oder übermalt; der Anteil der originalen Fassung bestimmt den Zustand. Abgebrochene Gliedmaßen und ergänzte Teile sind bei Terrakotta verbreitet. Ähnliche Figuren stammen von Goldscheider in Wien und anderen böhmischen Herstellern; die Marke trennt sie. Bei Gartenfiguren kommen Frostschäden hinzu.
Entwerfer & Personen
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- Wienerbergerseit 1819
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