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Künstler: Kunstgewerbeschule & Keramik

Vally Wieselthier

Keramikerin, 1895–1945, Wien – New York

Keramikerin der Wiener Werkstätte 1917–1922, eigene Werkstatt bis 1927; ihre Figuren auf der Pariser Ausstellung 1925 gelten als Inbegriff des Art déco.

Vally Wieselthier besuchte 1912–1914 die Frauenkunstschule und 1914–1920 die Wiener Kunstgewerbeschule bei Rosalia Rothansl, Koloman Moser, Josef Hoffmann und Michael Powolny. Im Ersten Weltkrieg arbeitete sie als Hilfskrankenschwester. 1917–1922 gehörte sie zur Wiener Werkstätte, 1922–1927 leitete sie eine eigene Keramikwerkstatt. Ab 1928 verlagerte sie ihren Lebensmittelpunkt in die USA, wo sie für die Contempora Group und die Sebring Pottery Company entwarf. Sie starb 1945 in New York.

Wieselthiers Keramik ist expressiv modelliert, mit kräftigen, laufenden Glasuren, großen Augen und betonten Händen; Köpfe, Büsten, Figuren und Gefäße mit figürlichen Henkeln sind typisch. In ihrer eigenen Werkstatt arbeitete sie mit der 1923 neu gegründeten Porzellanmanufaktur Augarten, mit Friedrich Goldscheider, Gmundner Keramik und J. & L. Lobmeyr zusammen. 1922 schuf sie mit Maria Likarz Reliefs für einen Raum Oskar Strnads in München. Ihre Figuren auf der Pariser Ausstellung 1925 fanden große Beachtung.

Keramik aus der Wiener Werkstätte trägt deren Marke und das Monogramm „VW“; Arbeiten aus der eigenen Werkstatt und für Augarten oder Goldscheider zeigen die Marken dieser Häuser. Glasurkrakelee und Brandrisse gehören zur Technik und sind von späteren Beschädigungen zu unterscheiden. Amerikanische Arbeiten tragen Marken von Sebring oder Contempora, meist mit dem Firmennamen.

Ebenfalls: Kunstgewerbeschule & Keramik

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