Manufaktur: Porzellan
Ernst Wahliss
Turn bei Teplitz und Wien, um 1863–1920er-Jahre
Wiener Porzellanhändler mit Fabrik in Turn bei Teplitz; Nachformungen nach Alt-Wiener Modellen, Jugendstilporzellan und Serapis-Fayence.
Ernst Wahliss führte in Wien eine Porzellan- und Glashandlung und übernahm später eine Porzellanfabrik in Turn bei Teplitz, damals ein Zentrum der nordböhmischen Keramikindustrie. Über sein Wiener Geschäft vertrieb er Erzeugnisse der eigenen Fabrik, dazu Ware anderer Hersteller. Nach seinem Tod führten die Söhne das Unternehmen bis in die Zwischenkriegszeit weiter. Der Firmenname verbindet die Produktionsstätte Turn mit dem Wiener Verkaufsort.
Wahliss brachte Nachformungen nach Modellen der Wiener Porzellanmanufaktur auf den Markt, Figuren und Gefäße im Stil des 18. Jahrhunderts, die zur Beliebtheit des Alt-Wien-Stils um 1900 beitrugen. Daneben entstanden Jugendstilvasen mit Frauenköpfen, Pflanzen und Lüsterglasuren, Wandteller und Tafelaufsätze. Ab etwa 1911 vertrieb die Firma unter dem Namen Serapis-Fayence Ziergefäße mit dichten, ornamentalen Mustern in Gold, Schwarz und Pastellfarben, die dem Geschmack des Art déco vorausgreifen.
Marken nennen „Ernst Wahliss“ mit „Turn-Wien“, oft im Kreis mit Krone und dem Zusatz „Made in Austria“; Serapis-Ware trägt den Schriftzug „Serapis Wahliss“. Modellnummern sind eingeprägt oder aufgemalt. Nachformungen von Alt-Wiener Modellen tragen keinen echten Bindenschild unter der Glasur, auch wenn sie im Stil der alten Manufaktur dekoriert sind. Abrieb an Gold und Lüster ist der häufigste Mangel. Lüsterglasuren sind zudem kratzempfindlich.
Entwerfer & Personen
- Ernst Wahliss
- Therese Trethan
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Ebenfalls: Porzellan
- Arzbergseit 1887
- Bing & Grøndahl1853–1987, danach Teil von Royal Copenhagen
- Capodimonte1743–1759, Nachfolge 1771–1806
- Carl Thieme Potschappelseit 1872
- Elbogenseit 1815
- EPIAG1918/1920–1945
- Frankenthal1755–1800
- Fraureuth1866–1926
- Fürstenbergseit 1747
- Ginoriseit 1737
- Goebelseit 1871
- Haas & Czjzek19. Jahrhundert bis 1945, Marke später wieder aufgenommen
- Havilandseit 1842
- Herendseit 1826
- Gebrüder Heubachseit 1840 (Firmenname), bis Mitte 20. Jahrhundert
- Höchst1746–1796, Neugründung 1946
- Hutschenreutherseit 1814
- Josef Böck19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- Klösterleseit 1794
- KPM Berlinseit 1763
- Lilien Porzellan20. Jahrhundert
- Lladróseit 1953
- Ludwigsburg1758–1824, Neugründung 1948
- Meissenseit 1710
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