Manufaktur: Keramik
Wiener Keramik
Wien, 1906–1913
Keramikwerkstätte von Michael Powolny und Bertold Löffler, 1906 gegründet; schwarz-weiße Gefäße, Putten und Figuren im Stil der Wiener Werkstätte.
Der Bildhauer Michael Powolny und der Maler und Grafiker Bertold Löffler gründeten 1906 in Wien die Werkstätte Wiener Keramik. Beide lehrten an der Kunstgewerbeschule, und die Werkstatt arbeitete eng mit der Wiener Werkstätte zusammen, die einen großen Teil der Produktion vertrieb. Auf der Kunstschau 1908 waren Arbeiten der Wiener Keramik prominent vertreten. 1913 schloss sie sich mit der Gmundner Keramik von Franz Schleiss zur Vereinigten Wiener und Gmundner Keramik zusammen, die Produktion verlagerte sich nach Gmunden.
Charakteristisch sind Gefäße, Vasen und Dosen mit schwarzen Dekoren auf weißer Glasur, mit Spiralen, Schachbrett- und Rautenmustern im Formenkanon der Wiener Moderne. Powolny modellierte Putten mit Füllhörnern, Blumen und Früchten, Jahreszeitenfiguren und Tiere, Löffler Figuren und Reliefs. Auch Josef Hoffmann und weitere Künstler aus dem Umfeld der Kunstgewerbeschule lieferten Entwürfe. Die Putten wurden zum Erkennungszeichen der Werkstatt und später in Gmunden weiter ausgeformt. Neben Weiß und Schwarz erscheinen Gelb, Grün und Blau.
Stücke tragen eine eingeprägte Marke mit den Buchstaben „WK“, oft in einem Quadrat, häufig zusammen mit den Monogrammen der Entwerfer, etwa „MP“ für Powolny oder „BL“ für Löffler. Dazu kommen Modellnummern. Spätere Ausformungen der Gmundner Zeit tragen andere Marken, was die Datierung erleichtert. Weil Powolny-Putten bis in die Nachkriegszeit nachgeformt wurden, entscheiden Marke, Scherben und Glasur über die Einordnung. Bestoßungen an Flügeln, Füßen und Blüten sind häufig.
Entwerfer & Personen
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