Manufaktur: Keramik
Wächtersbach
Schlierbach bei Wächtersbach (Hessen), seit 1832
Hessische Steingutfabrik, 1832 gegründet; Jugendstilkeramik nach Entwürfen von Christian Neureuther und Gebrauchsgeschirr mit Druckdekor.
Die Steingutfabrik in Schlierbach bei Wächtersbach im Main-Kinzig-Gebiet wurde 1832 unter der Herrschaft der Fürsten zu Ysenburg und Büdingen gegründet. Sie entwickelte sich zu einem der großen Steinguthersteller Deutschlands und lieferte Geschirr, Waschgarnituren und Ziergefäße für den Alltag. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts öffnete sich die Fabrik der Kunstkeramik und schuf mit einer eigenen Kunstabteilung Stücke im Stil des Jugendstils. Später wurde sie unter dem Namen Wächtersbacher Keramik geführt.
Christian Neureuther prägte als künstlerischer Leiter ab etwa 1903 die Jugendstilproduktion mit Vasen, Krügen, Tellern und Kannen, deren Dekore stilisierte Pflanzen, Vögel und Ornamente in kräftigen Farben zeigen. Typisch sind farbige Glasuren auf Steingut, teils mit Ritz- und Schlickerdekoren. Daneben entstanden Waschgarnituren mit Krug und Schüssel, Speiseservice mit Druckdekor und in der Nachkriegszeit farbenfrohes Gebrauchsgeschirr, das in vielen Haushalten zu finden ist.
Die Stücke tragen gestempelte oder eingeprägte Marken mit dem Namen Wächtersbach und einem Wappenschild, die über die Jahrzehnte mehrfach verändert wurden, dazu Form- und Dekornummern. Jugendstilarbeiten der Kunstabteilung sind deutlich seltener als Gebrauchsgeschirr und werden nach Entwurf, Dekor und Zustand beurteilt. Steingut ist weicher als Porzellan: Glasurrisse, Verfärbungen im Scherben und abgeschlagene Ränder sind häufig und lassen sich nur begrenzt restaurieren.
Entwerfer & Personen
- Christian Neureuther
Wächtersbach verkaufen: in allen 23 Bezirken
Wir kommen zur Besichtigung in jeden Bezirk.
Ebenfalls: Keramik
- Amphoraseit 1892
- Arabia Helsinkiseit 1873
- Artěl1908–1935
- Bernhard Blochab 1871 bis ins 20. Jahrhundert
- De Porceleyne Flesseit 1653
- Fayencemanufaktur Holitsch1743–1827
- Friedrich Goldscheider1885 bis in die 1950er-Jahre
- Gmundner KeramikHafnertradition seit dem Spätmittelalter, Manufaktur im 20. Jahrhundert
- Gustavsbergseit 1825
- Habaner Fayence16. bis 18. Jahrhundert
- Johann Mareschab 1841 bis ins 20. Jahrhundert
- Karlsruher Majolikaseit 1901
- Wiener Keramik1906–1913
- KeramosZwischenkriegszeit bis Mitte 20. Jahrhundert
- Wiener Kunstkeramische Werkstätteum 1905 bis um 1915
- Majolika Schütz Cillizweite Hälfte 19. Jahrhundert
- Royal Doultonseit 1815
- Rozenburg1883–1917
- Schleiss Gmundenfrühes 20. Jahrhundert bis Mitte 20. Jahrhundert
- Vereinigte Wiener und Gmundner Keramik1913 bis in die 1920er-Jahre
- Westerwälder Steinzeug16. Jahrhundert bis Gegenwart
- Wienerbergerseit 1819
Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.
Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.
Lieber schriftlich? Zum Anfrageformular