Manufaktur: Keramik
Bernhard Bloch
Eichwald (Dubí) bei Teplitz, Nordböhmen, ab 1871 bis ins 20. Jahrhundert
Nordböhmische Keramik- und Porzellanfabrik in Eichwald bei Teplitz; Majolika des Historismus, Tierfiguren, Delft-Nachahmungen und Jugendstilvasen.
Bernhard Bloch gründete 1871 in Eichwald bei Teplitz eine Fabrik für Steingut, Majolika und später Porzellan. Die Region um Teplitz war im späten 19. Jahrhundert eines der dichtesten Zentren der Keramikindustrie der Monarchie, mit zahlreichen Betrieben in Turn, Eichwald und Dux. Bloch belieferte Händler in Wien, Deutschland und Übersee. Nach dem Ersten Weltkrieg lag die Fabrik in der Tschechoslowakei und wurde unter wechselnden Eigentümern weitergeführt; nach 1945 ging sie in staatliche Betriebe über.
Das Programm umfasste Majolika im Stil der italienischen Renaissance und des Historismus, Ziergefäße mit Reliefs, Jardinieren und Tierfiguren. Daneben entstanden Fayencen nach Delfter Vorbildern mit blauer Malerei, Porzellanfiguren und Gebrauchsgeschirr. Um 1900 kamen Vasen mit Jugendstilmotiven, Pflanzen und Frauenköpfen hinzu. Tierfiguren, etwa Hunde, Vögel und Katzen, wurden in großen Auflagen hergestellt. Die Malerei wurde teils von Hand, teils mit Schablonen ausgeführt, was sich an der Gleichförmigkeit der Muster erkennen lässt.
Die Stücke tragen meist eingeprägte oder gestempelte Marken mit den Initialen „BB“ oder dem Firmennamen und dem Ort Eichwald, später mit „Czechoslovakia“, dazu Modellnummern. Delft-Nachahmungen sind an der Marke und am härteren Scherben von holländischer Fayence zu unterscheiden. Die zahlreichen Teplitzer Betriebe produzierten ähnliche Ware, deshalb ist die Marke für eine Zuschreibung entscheidend. Glasurrisse und bestoßene Reliefs mindern. Restaurierte Reliefs fallen unter UV-Licht auf.
Entwerfer & Personen
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