Epoche
Stil der Wiener Werkstätte
Stilrichtung, 1903–1932
Formensprache der 1903 von Hoffmann, Moser und Waerndorfer gegründeten Werkstätte – vom strengen Quadrat bis zum verspielten Ornament Dagobert Peches.
Josef Hoffmann, Koloman Moser und der Industrielle Fritz Waerndorfer gründeten 1903 die Wiener Werkstätte nach dem Vorbild englischer Handwerksgilden. Sie produzierte Silber, Metall, Möbel, Buchbinderei, Lederwaren, später Keramik, Glas, Textilien, Mode und Postkarten. Moser trat 1907 aus, Waerndorfer 1914; Otto Primavesi übernahm die Finanzierung. Ab 1915 prägte Dagobert Peche den Stil neu. Die Werkstätte wurde 1932 liquidiert. Die Werkstätte arbeitete in eigenen Abteilungen für Metall, Holz, Leder und Buchbinderei.
Die frühe Phase bis etwa 1910 zeigt Quadrat, Gitter, glatte gehämmerte Silberflächen, Halbedelsteine, schwarz-weiße Kontraste und kubische Möbel. Danach treten Kannelur, Buckel und Faltungen hinzu. Peche setzte ab 1915 Blattwerk, Zacken, gezierte Ranken und Goldbronze ein. Keramik von Vally Wieselthier und Susi Singer ist expressiv glasiert. Stoffe und Tapeten bilden kleinteilige Rapportmuster von Maria Likarz und Mathilde Flögl. Jedes Objekt trägt Entwerfer-, Ausführenden- und Werkstattmarke. Glas entstand nach WW-Entwürfen bei Lobmeyr und Loetz.
Die Werkstätten lagen in der Neustiftgasse 32–34 in Neubau. 1907 gestaltete die Werkstätte das Kabarett Fledermaus in der Innenstadt als Gesamtkunstwerk. Hoffmann baute das Palais Stoclet in Brüssel, die Villa Ast und die Villa Skywa-Primavesi. Das MAK bewahrt das Archiv der Werkstätte. Im Handel zählen WW-Silber, Schmuck, Glas, Keramik, Postkarten und Textilien zu den gesuchtesten Wiener Sammelgebieten. Verkaufsstellen bestanden zeitweise auch in Zürich, New York und Berlin.
Echte Arbeiten tragen das Monogramm WW, die eingetragene Rosenmarke, Künstler- und Meistermonogramme sowie bei Silber die Wiener Feingehaltspunze. Fälschungen ergänzen alte Stücke um nachgeschlagene Marken oder kopieren Modelle in Neusilber; Schlagtiefe, Markenform und Werkzeugspuren entscheiden. Postkarten sind nummeriert, Nachdrucke haben Rasterdruck statt Lithografie. Postkarten tragen rückseitig den Vermerk der Werkstätte und die Nummer.
Woran man es erkennt
- Monogramm WW und Rosenmarke
- Künstler- und Meistermonogramme
- Quadrat und Gitter der Frühzeit
- gehämmerte Silberflächen
- Halbedelsteine und Email
- Kanneluren und Buckel nach 1910
- verspielte Ranken Dagobert Peches
- Rapportmuster in Stoff und Tapete
- nummerierte Künstlerpostkarten
Künstler
Manufakturen & Werkstätten
Stil der Wiener Werkstätte verkaufen: in allen 23 Bezirken
Gold markiert sind Bezirke mit belegtem Bezug.
Sparten
- Jugendstil & Wiener Werkstätte20 Objektgruppen
- Silber & Tafelsilber26 Objektgruppen
- Schmuck & Juwelen27 Objektgruppen
- Keramik, Majolika & Fayence25 Objektgruppen
- Glas & Kristall28 Objektgruppen
- Textilien, Stickerei & Spitze24 Objektgruppen
- Antike Möbel26 Objektgruppen
- Ansichtskarten & Ephemera22 Objektgruppen
- Zinn, Kupfer, Messing & Eisenkunst23 Objektgruppen
- Vintage-Mode, Handtaschen & Accessoires21 Objektgruppen
Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.
Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.
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