Künstler: Ringstraßen-Bildhauer
Arthur Strasser
Bildhauer, Lehrer, 1854–1927, Adelsberg – Wien
Bildhauer der Marc-Anton-Gruppe neben der Secession (Paris 1900) und farbiger Kleinplastik mit orientalischen Motiven; Lehrer an der Kunstgewerbeschule.
Arthur Strasser studierte 1871–1875 an der Wiener Akademie, unter anderem bei Viktor Tilgner, und 1881–1883 mit einem Stipendium in Paris. 1892 reiste er mit dem Maler Charles Wilda nach Ägypten; die Reise prägte seine Motive; mit Wilda, einem Maler des Orientalismus, teilte er das Interesse am Alltag Ägyptens. 1899–1919 leitete er als Professor die Bildhauerklasse der Wiener Kunstgewerbeschule. Er starb 1927 in Wien.
Die Bronzegruppe Marc Anton auf einem von Löwen gezogenen Wagen entstand für die Pariser Weltausstellung 1900 und steht heute neben dem Secessionsgebäude. Von Strasser stammen auch die Bronzeadler der heutigen Kennedybrücke und das Grablegungsrelief der Lueger-Gedächtniskirche am Zentralfriedhof. Bekannt ist seine polychrome Kleinplastik aus bemalter Terrakotta: ägyptische Wasserträgerinnen, Fellachinnen und ein „Nubierkopf“ (1892, Belvedere); eine Fellachin erwarb Kaiserin Elisabeth für die Hermesvilla. Für Friedrich Goldscheider entwarf er Porzellan- und Majolikamodelle.
Strassers bemalte Terrakotten tragen meist eine eingeritzte Signatur; Abrieb und Übermalungen der Fassung mindern den Wert. Goldscheider-Ausformungen seiner Modelle zeigen Firmenmarke und Modellnummer und wurden in Serie hergestellt. Orientalistische Kleinplastik ähnlicher Art stammt oft von anderen Wiener Werkstätten; Signatur und Qualität der Bemalung entscheiden. Goldscheider-Modelle nach Strasser erschienen in Porzellan und in Majolika.
Epochen & Stile
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