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Künstler: Kunstgewerbeschule & Keramik

Susi Singer

Keramikerin, 1891–1955, Wien – Los Angeles

Keramikerin der Wiener Werkstätte 1917–1925 mit volkstümlichen Figuren; eigene Werkstatt in Grünbach am Schneeberg, ab 1938 in Los Angeles.

Susi Singer, eigentlich Selma Rosa Singer, besuchte die Kunstschule für Frauen und Mädchen in Wien, wo sie bei Tina Blau, Michael Powolny, Adolf Böhm und Otto Friedrich lernte. 1917–1925 arbeitete sie für die Wiener Werkstätte. 1925 gründete sie eine eigene Keramikwerkstatt in Grünbach am Schneeberg. Wegen ihrer jüdischen Herkunft emigrierte sie 1938 nach Los Angeles, wo sie weiter als Keramikerin arbeitete. Sie starb 1955 in Los Angeles.

Singers Figuren sind klein, kräftig bemalt und von naiver Direktheit: Bäuerinnen, Kinder, Liebespaare, Heilige und Tiere mit glänzenden, bunten Glasuren auf weichem Scherben. Die Keramik hatte sie bei Michael Powolny gelernt, der an der Frauenkunstschule unterrichtete. Daneben entstanden Leuchter, Dosen und Gefäße mit aufgesetzten Figuren. In Kalifornien arbeitete sie in ähnlicher Formensprache weiter; ihre Figuren dort sind oft größer und freier modelliert.

Arbeiten aus der Wiener-Werkstätte-Zeit tragen deren Marke und ein Entwerferzeichen; spätere Grünbacher Stücke sind unterschiedlich bezeichnet und über Vergleichsstücke zu sichern. Amerikanische Arbeiten tragen keine Wiener Marken. Der weiche Scherben ist stoßempfindlich, Ergänzungen an Händen und Köpfen sind sehr häufig. Die Quellen nennen abweichende Geburtsdaten; Ausstellungskataloge helfen bei der Einordnung.

Ebenfalls: Kunstgewerbeschule & Keramik

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