Manufaktur: Porzellan
Herend
Herend (Ungarn), seit 1826
Ungarische Manufaktur, 1826 gegründet; handbemalte Service wie Victoria, Rothschild und Apponyi, Tierfiguren mit Fischschuppenmuster.
Vince Stingl gründete 1826 im Dorf Herend nahe dem Plattensee eine Steingut- und Porzellanwerkstatt. Ab 1839 baute Mór Fischer sie zu einer Manufaktur aus, die Service nach Vorlagen aus Meißen, Sèvres und Wien sowie ostasiatischem Porzellan fertigte. Auf der Londoner Weltausstellung 1851 bestellte Königin Victoria ein Service, das dem Dekor Victoria den Namen gab. Nach 1948 verstaatlicht, wird die Manufaktur seit den 1990er-Jahren als Aktiengesellschaft mit Mitarbeiterbeteiligung geführt.
Bekannt sind die Dekore Victoria mit Schmetterlingen und Blumenranken, Rothschild mit Vögeln in Bäumen, Apponyi mit grüner, roter oder blauer Blütenranke sowie das chinesisch inspirierte Dekor Chinese Bouquet. Figuren zeigen Tiere mit Fischschuppenmalerei, Reiter, ungarische Typen und Vögel. Durchbrochene Gefäße und Gitterkörbe gehören zu den aufwendigsten Erzeugnissen. Jedes Dekor wird von Hand gemalt. Für Adelshäuser entstanden Wappenservice, für den Export ganze Tafelgarnituren nach Bestellung.
Die Marke zeigt das ungarische Wappen mit Krone und dem Schriftzug „Herend“, seit dem 20. Jahrhundert meist in Blau mit „Hand Painted“ und „Made in Hungary“, dazu Modell-, Dekor- und Malernummern. Ältere Stücke tragen eingeprägte Marken. Das Schuppenmuster der Figuren muss gleichmäßig und fein gemalt sein; Abziehbilder und flüchtige Malerei verweisen auf Nachahmungen anderer Hersteller. Stücke aus der Zeit vor 1900 sind seltener; der Großteil der heute angebotenen Ware stammt aus dem 20. Jahrhundert.
Entwerfer & Personen
- Vince Stingl
- Mór Fischer
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Sparten
Ebenfalls: Porzellan
- Arzbergseit 1887
- Bing & Grøndahl1853–1987, danach Teil von Royal Copenhagen
- Capodimonte1743–1759, Nachfolge 1771–1806
- Carl Thieme Potschappelseit 1872
- Elbogenseit 1815
- EPIAG1918/1920–1945
- Ernst Wahlissum 1863–1920er-Jahre
- Frankenthal1755–1800
- Fraureuth1866–1926
- Fürstenbergseit 1747
- Ginoriseit 1737
- Goebelseit 1871
- Haas & Czjzek19. Jahrhundert bis 1945, Marke später wieder aufgenommen
- Havilandseit 1842
- Gebrüder Heubachseit 1840 (Firmenname), bis Mitte 20. Jahrhundert
- Höchst1746–1796, Neugründung 1946
- Hutschenreutherseit 1814
- Josef Böck19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- Klösterleseit 1794
- KPM Berlinseit 1763
- Lilien Porzellan20. Jahrhundert
- Lladróseit 1953
- Ludwigsburg1758–1824, Neugründung 1948
- Meissenseit 1710
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