Manufaktur: Porzellan
Klösterle
Klösterle an der Eger (Klášterec nad Ohří), seit 1794
Porzellanfabrik auf dem Besitz der Grafen Thun in Klösterle an der Eger, 1794 gegründet; Biedermeiergeschirr und später Gebrauchsporzellan.
Auf dem Herrschaftsbesitz der Grafen Thun in Klösterle an der Eger entstand 1794 eine Porzellanfabrik, die zu den ältesten Böhmens zählt. Die gräfliche Familie verpachtete und betrieb sie über weite Teile des 19. Jahrhunderts. Nach 1945 wurde der Betrieb verstaatlicht und führte den Namen Thun als Markenbezeichnung fort. Die Fabrik in Klášterec nad Ohří produziert bis heute Gebrauchsgeschirr. Der Ort liegt im Egertal zwischen Karlsbad und Kaaden.
Aus der Biedermeierzeit stammen Tassen, Kannen und Teller mit Blumenmalerei, Ansichten und Goldrändern, die in Form und Dekor mit Erzeugnissen aus Schlaggenwald und Elbogen verwandt sind. Im späten 19. und 20. Jahrhundert entstanden Speise- und Kaffeeservice, Zierteller und Gegenstände für den täglichen Bedarf. Viele Wiener Haushalte besitzen Geschirr aus Klösterle aus der Zeit der Ersten Republik. Für Hotels und Gaststätten lieferte die Fabrik robustes Geschirr.
Marken nennen die Buchstaben „TK“ oder den Namen „Thun“, häufig mit Krone und Ortsangabe, im 20. Jahrhundert zusätzlich „Czechoslovakia“. Biedermeierstücke sind oft nur mit Malerzeichen versehen oder ungemarkt. Für die Datierung von Gebrauchsgeschirr genügt meist der Vergleich der Marke mit Markenverzeichnissen; Abnutzung von Gold und Dekor bestimmt den Erhaltungszustand. Biedermeierstücke mit Ansichten aus der Umgebung sind seltener als Gebrauchsgeschirr. Abgeplatzte Glasur an Rändern und Haarrisse sind die häufigsten Mängel.
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Sparten
Ebenfalls: Porzellan
- Arzbergseit 1887
- Bing & Grøndahl1853–1987, danach Teil von Royal Copenhagen
- Capodimonte1743–1759, Nachfolge 1771–1806
- Carl Thieme Potschappelseit 1872
- Elbogenseit 1815
- EPIAG1918/1920–1945
- Ernst Wahlissum 1863–1920er-Jahre
- Frankenthal1755–1800
- Fraureuth1866–1926
- Fürstenbergseit 1747
- Ginoriseit 1737
- Goebelseit 1871
- Haas & Czjzek19. Jahrhundert bis 1945, Marke später wieder aufgenommen
- Havilandseit 1842
- Herendseit 1826
- Gebrüder Heubachseit 1840 (Firmenname), bis Mitte 20. Jahrhundert
- Höchst1746–1796, Neugründung 1946
- Hutschenreutherseit 1814
- Josef Böck19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- KPM Berlinseit 1763
- Lilien Porzellan20. Jahrhundert
- Lladróseit 1953
- Ludwigsburg1758–1824, Neugründung 1948
- Meissenseit 1710
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