Manufaktur: Porzellan
Lilien Porzellan
Wilhelmsburg an der Traisen (Niederösterreich), 20. Jahrhundert
Österreichisches Gebrauchsporzellan aus Wilhelmsburg in Niederösterreich; Kaffee- und Speiseservice der 1950er- bis 1970er-Jahre in Pastellfarben.
In Wilhelmsburg an der Traisen bestand seit dem 18. Jahrhundert eine Steingutfabrik, aus der im 20. Jahrhundert die Österreichische Sanitär-, Keramik- und Porzellanindustrie, kurz ÖSPAG, hervorging. Unter der Marke Lilien Porzellan erzeugte sie Gebrauchsgeschirr für den österreichischen Markt. In der Nachkriegszeit gehörte Lilien zu den verbreitetsten Geschirrmarken des Landes; in Wiener Haushalten und Gemeindebauwohnungen ist es bis heute häufig anzutreffen. Ein Geschirrmuseum in Wilhelmsburg dokumentiert die Produktion.
Typisch sind Kaffee-, Tee- und Speiseservice der 1950er- bis 1970er-Jahre mit Außenseiten in Pastelltönen wie Rosa, Hellblau, Mint und Gelb bei weißem Inneren, daneben Service mit Goldrand, Streublumen und Druckdekoren im Stil der Zeit. Schlanke Kannen, konische Tassen und Teller mit breiter Fahne prägen die Formen der Wirtschaftswunderjahre. Für Gastronomie und Kantinen entstand robustes Hotelgeschirr. Die Farben wurden auch kombiniert, sodass in einem Service mehrere Pastelltöne nebeneinander stehen.
Die Marke zeigt eine stilisierte Lilie mit dem Schriftzug „Lilien Porzellan“, oft mit „Austria“ und Formbezeichnung, in verschiedenen Varianten, die eine Einordnung in die Jahrzehnte erlauben. Gesucht sind vor allem vollständige Pastellservice in gutem Zustand und seltene Farben. Einzelteile ergänzen bestehende Service. Verfärbungen durch Spülmaschine, Haarrisse und abgeschlagene Kannenschnäbel sind die häufigsten Mängel. Formen und Dekore wurden in Katalogen mit Nummern geführt.
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