Manufaktur: Porzellan
Höchst
Höchst am Main (Frankfurt), 1746–1796, Neugründung 1946
Kurmainzische Porzellanmanufaktur in Höchst, 1746 gegründet; Kinderfiguren von Johann Peter Melchior, Marke ist das Mainzer Rad.
Mit einem Privileg des Mainzer Kurfürsten gründeten der Frankfurter Kaufmann Johann Christoph Göltz und der Maler Adam Friedrich von Löwenfinck 1746 in Höchst am Main eine Porzellanmanufaktur. Nach anfänglichen Fayencen gelang ab etwa 1750 Porzellan. Die Manufaktur wechselte mehrfach den Besitzer, ab 1778 betrieb sie der Kurfürst selbst; die Koalitionskriege führten 1796 zur Schließung. 1946 wurde in Höchst eine neue Manufaktur gegründet, die bis heute arbeitet.
Unter den Modelleuren ragt Johann Peter Melchior heraus, der zwischen 1767 und 1779 Kinderfiguren, Schäfergruppen und Porträtbüsten schuf, oft in zarter Farbfassung auf grasbewachsenen Sockeln. Laurentius Russinger modellierte zuvor Chinesen- und Komödiantenfiguren. Geschirr mit Landschafts-, Blumen- und Purpurmalerei gehört ebenso zum Bestand. Die Neugründung von 1946 formte historische Modelle neu aus und ergänzte zeitgenössische Formen. Viele Figuren wurden als Gegenstücke oder Serien konzipiert.
Die Marke ist das sechsspeichige Mainzer Rad, im 18. Jahrhundert in Blau, Purpur, Rot oder Gold, teils mit Kurhut, dazu eingeritzte Zeichen der Bossierer. Im 19. Jahrhundert verwendete die Steingutfabrik Damm bei Aschaffenburg Höchster Formen und ebenfalls ein Rad, ihre Stücke sind jedoch aus Steingut. Weitere Nachahmungen setzten Radmarken auf Porzellan. Masse, Gewicht, Malerei und die Ausformung der Details entscheiden über die Zuschreibung.
Entwerfer & Personen
- Johann Christoph Göltz
- Adam Friedrich von Löwenfinck
- Johann Peter Melchior
- Laurentius Russinger
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Sparten
Ebenfalls: Porzellan
- Arzbergseit 1887
- Bing & Grøndahl1853–1987, danach Teil von Royal Copenhagen
- Capodimonte1743–1759, Nachfolge 1771–1806
- Carl Thieme Potschappelseit 1872
- Elbogenseit 1815
- EPIAG1918/1920–1945
- Ernst Wahlissum 1863–1920er-Jahre
- Frankenthal1755–1800
- Fraureuth1866–1926
- Fürstenbergseit 1747
- Ginoriseit 1737
- Goebelseit 1871
- Haas & Czjzek19. Jahrhundert bis 1945, Marke später wieder aufgenommen
- Havilandseit 1842
- Herendseit 1826
- Gebrüder Heubachseit 1840 (Firmenname), bis Mitte 20. Jahrhundert
- Hutschenreutherseit 1814
- Josef Böck19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- Klösterleseit 1794
- KPM Berlinseit 1763
- Lilien Porzellan20. Jahrhundert
- Lladróseit 1953
- Ludwigsburg1758–1824, Neugründung 1948
- Meissenseit 1710
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